Messespaziergang
Auch dieses Jahr besuchten wir wieder die Spiel in Essen.
Wir, das waren dieses Jahr: Franz-Josef, Thomas, Michael, Uli und meine Wenigkeit.
In Essen galt es nicht nur, viele neue Spiele zu testen, sondern auch viele Freunde und Sponsoren von Mister X zu treffen.
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Immer viel Trubel bei Kosmos |
Die Frage, die sich jeder Messebesucher wohl stellt ist: Was ist das Highlight der Messe?
Wenn man dies von dem Andrang am Stand abhängig machen will, dann kommt dieses Jahr das Highlight aus dem Hause Kosmos.
Obwohl wir Punkt 10:00 die Messehallen durch den Eingang Mitte betraten, waren bei unserer Ankunft in Halle 12 bereits alle Tische besetzt.
Und das waren nicht gerade wenige!
Aber es gab dort auch einiges zu sehen.
Hauptattraktion war sicherlich die spielerische Umsetzungen der Fantasy-Kulttrilogie Der Herr der Ringe von Reiner Knizia.
Aber auch die neue Siedler-Erweiterung Das Buch zum Spielen zog mächtig viel Publikum an.
Desweiteren gab es bei Kosmos noch Babel in der Reihe der Zweipersonenspiele und mit Halali die Überarbeitung eines Klassikers von Rudi Hoffmann.
Für die Freunde der Sternenfahrer von Catan gab es die Erweiterung auf 6 Spieler und einen Satz mit außerirdischen Spielfiguren.
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Uli, Franjo und Michael sind Online |
Apropos Erweiterung.
Die Bohnen zieht es in den Wilden Westen.
Mit High Bohn liegt jetzt eine Western-Erweiterung von Lookout-Gams des Kultkartenspiels Bohnanza vor.
Aber auch Amigo bot Neues für Bohnenfreunde.
Al Cabohne ist eine Bohnanza-Variante für 1(!) oder 2 Spieler.
Gewissermaßen eine Bohnenpatience.
Das war es auch schon mit Erweiterungen.
Der Trend ging dieses Jahr zum Internet-Brettspiel.
Gleich zweimal heißt es dieses Jahr Online.
Bei Hasbro als unterhaltsames Kartenspiel ums Runterladen von diversen Dateien und bei Franjos als stilles Grübelspiel ums optimale Platzieren von Werbeseiten.
Dazu gab es noch Flickwerk von Friedemann Friese (2F), ein Geschwindigkeits-Legespiel, bei dem Computer um die Wette vernetzt werden müssen.
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Java: Ist das jetzt mehr Tikal oder Torres? |
Ein weiterer Trend ist das Ideenrecycling.
Der Großmeister dieses Genres ist sicherlich Reiner Knizia.
Am Stand des amerikanischen Verlages GMT gab es mit Ivanhoe und Galaxy zwei Kartenspiele von Reiner Knizia mit deutscher Regel zu bewundern.
Nach kurzem Regelstudium erwiesen sich die beiden als Überarbeitungen von Attacke bzw. Grand National Derby (bzw. Titan - The Arena).
Auch Java vom Erfolgsgespann Kramer & Kiesling sieht aus Tikal, benutzt Spielelemente aus Torres und ist doch irgendwie ein bisschen anders.
Ob dies allerdings zum dritten Titel in Folge reichen wird?
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Wyatt Earp erscheint erst in Nürnberg |
Im dritten Jahr ihres Bestehens zeigte die Ravensburger Tochter Alea wieder einen Prototyp.
Überraschend war allein die Tatsache, daß Wyatt Earp nicht von Reiner Knizia (wie 1998 Ra und 1999 Tadsch Mahal), sondern von Richard Borg erdacht wurde.
Wer einen Platz an einem von nur drei Spieltische ergattern konnte, war von der Qualität des Spiels nicht überrascht.
Ein Alea-Spiel kann man sozusagen blind empfehlen.
Apropos Tochtermarken.
Avalon Hill ist von Hasbro aufgekauft worden.
Dadurch kommen wir in den Genuß von Neuauflagen der beiden Klassiker Acquire (alias Hotelkönig, Hotelhaie, ...) und Diplomacy.
Neu im Stammhaus Hasbro ist neben dem schon erwähnten Kartenspiel Online noch Traumfabrik von Reiner Knizia.
Bemerkenswert ist auch die Neuheit Laser Light Tennis.
Dabei handelt es sich um eine Art Tisch-Tennis, nur ohne Ball.
Der wird durch einen Laserstrahl ersetzt, der über reflektierende Kontakte an den Schlägern hin und her geschlagen wird.
Damit hat Hasbro den Preis für das überflüssigste Gimmickspiel der Messes sicher.
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Michael, Franz-Josef, Uli und Thomas auf der Flucht |
Wenden wir uns aber nun wieder den richtigen Spielen zu.
Die Essener Neuheit von Winning Moves heißt Cartagena - Piraten auf der Flucht.
Spannung, Spaß und Abenteuer verheißt das neue Spiel von Leo Colovini, der für Carolus Magnus eine Nominierung zum Spiel des Jahres erhielt.
Unsere Testrunde war jedenfalls angetan von diesem neuen Familienspiel.
Apropos Leo Colovini.
Ein weiterer Publikumsmagnet der Messe war das neue große Goldsieber-Spiel.
Nicht nur optisch war Doge einer der Höhepunkte in Essen.
So war es nur schwer möglich einen Platz an einm der umlagerten Spieltische bei Goldsieber zu bekommen.
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Greetings to South Africa |
Etwas ruhiger ging es abseits der drei großen Messehallen (10, 11 und 12) zu.
Dort befinden sich die Stände der kleineren Verlage.
Die weiteste Anreise hatten wohl wieder einmal die Jungs von der Australian Design Group, die ein neues KoSim (sprich Konfliktsimulation) vorstellten.
Diese Art von Spielen haben bei uns nur einen geringen Stellenwert, sind aber in Übersee äußerst beliebt.
Von weit her kam auch die nette Dame auf unserem Foto.
Für Bounty, einem Handels- und Piratenspiel mit Würfelmotor, suchen die Südafrikaner noch einen europäischen Vertriebspartner.
Alte Bekannte sind schon die Eisenbahnspezialisten von Winsome-Games aus den USA.
Dort gab es drei neue Eisenbahnspiele in Essener-Mini-Sonderauflage zu bewundern.
Sie teilten sich den Stand mit Warfrog (= Martin Wallace) aus Manchester, der zwei Neuheiten präsentierte.
Wer die alten Titel aus dem Hause Warfrog kennt, der war freudig überrascht, dass diesmal die Spiele professionell produziert wurden.
Grundsätzlich leiden die außereuropäischen Spiele am schwachen Euro.
Für unter 60 DM gab es höchstens mal ein Kartenspiel.
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Gute Laune bei Schmidt |
Eines davon ist Zoon.
Zoon ist eine Art Stratego mit Karten an Stelle von Spielfiguren.
Interessant ist die Art des Schlagens von gegnerischen Karten.
Auf jeder Karte befinden sich in den vier Kartenecken Kampfpunkte.
Die Spieler deuten jeweils beim Gegner auf eine Kartenecke.
Dann werden die Karten aufgedeckt und die Kreatur mit der höheren Kampfpunktzahl schlägt die gegnerische Karte.
Für nur 10 DM gibt es einen Kartensatz mit zwei unterschiedlichen Mannschaften.
In Essen trifft man auch jedes Jahr viele alte Bekannte und Freunde wieder.
Zu den treuesten Freunden von Mister-X gehört mit Sicherheit das Team von Schmidt-Spiele, die auch den Hans im Glück-Verlag betreuen.
Wie man sieht, sind die beiden Damen trotz des Messestresses immer gut gelaunt.
Sie haben auch allen Grund zur Freude, denn die drei Neuheiten des Hans im Glück-Verlages gehörten zu den Highlights der Messe.
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Karl-Heinz Schmiel erläutert sein Attila |
Mein pesönliches Highlight ist Attila von Moskito Karl-Heinz Schmiel.
Einzig die Farbzusammenstellung von Spieler- und Völkerfarben trüben den spielerischen Hochgenuß.
Sehr begehrt waren auch die Plätze an den Spieltischen von Carcassonne und Störtebeker.
Etwas Aufregung verursachte dabei Störtebeker.
Bedingt durch einen Produktsfehler, befand sich nicht der richtige Würfel im Spiel.
So konnte erst am Ende des ersten Messetages die vollständige Version gespielt werden.
Ein andere, allerdings süßere, Panne gab es bei Komos zu schmecken.
Dort wurde den ausgehungerten Gästen am Stand Siedler-Ostereier kredenzt.
Eigentlich als Ostergabe geplant, wurden die Eier viel zu spät ausgeliefert, so daß jetzt die Messebesucher zu einer Vorvorweihnachtlichen Osterüberraschung kamen.
Bei Noris gab es schließlich Günter Cornetts Der Garten des Sonnenkönigs, eine Bearbeitung von Le jardin (Bambus) bzw. Canaletto (Hans im Glück).
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Der Oberspielteufel |
Ganz neu ist Welt der Winde vom Stuttgarter Spielversender und Kleinverlag Spielteufel.
Bei der Familie Dettelbach wird alles noch in Handarbeit hergestellt.
Von Welt der Winde und der der letztjährigen Neuheit Schwimmer in der Wüste gibt in der nächsten Ausgabe von Ausgepackt! ein Kleinverlags-Spezial.
Alles Handarbeit ist auch das Markenzeichen des Aachener Duos Barbara Weber und Dirk Henn.
Viele, der im eigenen db-Verlages herausgegebenen Spiele, sind inzwischen auch bei großen Verlagen erschienen.
Neu war dieses Jahr Derby, ein Pferdewettspiel, für das erstmals die Spielkarten extern produziert wurden.
Es waren Gerüchte zu hören, daß in Nürnberg wieder ein Henn bei Queen erscheinen wird.
Bestimmt habe ich auf meienm Rundgang noch viele Spielperlen übersehen.
So habe ich noch gar nichts über die 9(!) neuen Kartenspiele von Adlung-Spiele berichtet, oder J.U.M.P von den Evil Polish Brothers.
Vieles war auf Grund des Messeandrangs auch nur kurz anspielbar und viele Exoten konnten nur in Augenschein genommen werden.
Die wichtigsten Neuheiten können ab November auf unseren Spieleabenden ausprobiert werden.
Dort kann sich jeder seinen eigenen Favoriten heraussuchen.
Viel Spaß beim Spielen!
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Ab November bei Mister X |
DIRK HORSTER