Die Finanzkrise ist dieser Tage allgegenwärtig: Schlagworte von undurchschaubaren Finanzanlagen, der Gier der Manager und internationalen Verhaltenskodizes bestimmen die Diskussion.
Da wünschen sich viele wieder die Gründerzeit des ehrbaren Kaufmanns zurück: Tugendhaftes Verhalten steigerte die Ehre und damit das Ansehen durch die Mitbürger.
Ein ehrbarer Kaufmann tat Gutes, indem er ehrbar wirtschaftete und damit seinen eigenen und den Wohlstand der Gemeinschaft mehrte.
Tugendhaft meinte aber auch konkret Gutes tun – soziales Engagement, wie man es heute nennen würde.
| Hab & Gut | |
|---|---|
| Verlag | Winning Moves |
| Autor | Carlo A. Rossi |
| Spieler | 3 bis 5 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| N.N. | ![]() |
Und so kommen die Spieler zu Hab & Gut: Die Spieler erhalten am Anfang Geld und eine Spendentafel. Reihum dürfen sie nacheinander 3 beliebige Aktien kaufen oder 3 eigene verkaufen. Jeder Spieler darf pro Runde zusätzlich eine Aktie für wohltätige Zwecke spenden. Dafür legt er eine seiner Aktien verdeckt auf einen freien Aktienplatz seiner Spendentafel. Im zweiten Durchgang werden die Kurse der Aktien verändert. Dafür nehmen die Spieler je eine Kurskarte der von ihnen rechts und links befindlichen Kartenhaltern. Bei jeder Karte wird sofort der entsprechende Kursstein auf dem Spielplan um die auf der Karte angegebene Zahl weiter gezogen, z. B. um 4 Kursfelder bei der Karte Kohle +4 (Kurs steigt). So werden auf dem Spielbrett die Spielsteine für Kohle, Weizen, Kaffee, Kautschuk, Tee, Salz bewegt. Sind alle Spieler mit der Kursänderung an der Reihe gewesen, beginnt die nächste Runde. Am Ende der vierten Runde, wenn alle Karten aus den Kartenhaltern gespielt wurden, decken alle Spieler die Aktien auf ihren Spendentafeln auf und verkaufen sie an die Bank. Das erlöste Geld kommt auf das große Geldfeld der Spendentafel. Alle Kurssteine bleiben bei ihrem aktuellen Wert stehen. Gekaufte Aktien und das Geld verbleiben bei den Spielern. Dann erfolgt eine 2. Runde, nach deren Ende alle Aktien (eigene und gespendete) entsprechend der Kurse zu Geld gemacht werden. Der Spieler, der am wenigsten Geld gespendet hat, scheidet aus. Es gewinnt, wer am meisten Geld und nicht am wenigsten gespendet hat.
Mit Hab & Gut schuf der Italiener Carlo A. Rossi ein taktisches Spiel, bei dem die Mitspieler den Finanzplatz genau beobachten müssen. Welche Kurskarten stehen mir zu Verfügung, wann kaufe ich, wann verkaufe ich, wie viel spendet meine Konkurrenz? Brett statt Parkett – wie im richtigen Leben kommen bei Kursgewinnen oder Verlusten Freude oder Ärger auf. Wie im richtigen Leben ist das Finanzgebaren der Anderen nicht immer durchschaubar. Dadurch entsteht viel Spaß, den sich die Spieler auch mit Sicherheit nicht von der Tagesaktualität verderben lassen. Hier geht es nur um Spielgeld, wir handeln mal wie die da oben und auch Monopoly schaffte seinen Durchbruch vor 75 Jahren in der Weltwirtschaftskrise.
PRESSETEXT