Gangster

gangster.jpg 21 KB Bei einem Spiel mit diesem Namen denkt man zu allererst an Chicago, Mafia und Prohibition. Auf die Prohibition verzichtete Amigo, aber um Chicago und der Mafia kommen wir nicht vorbei.

Gangster
Verlag Amigo
Autor Thorsten Gimmler
Spieler 2 bis 5
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Thorsten Oelsner vier.gif 1 KB
Der Spielplan zeigt 10 verschiedene Viertel die über Wege miteinander verbunden sind, den Vierteln selbst werden verschiedene Wertungstableaus zusortiert. Jeder der Spieler bekommt ein paar zwielichtige Gestalten, einen schmucken Wagen und Bonusgimmicks die unser Tun unterstützen. Die Runde besteht darin mit dem Wagen zwischen den Stadtvierteln hin und her zu kutschieren und eigene oder fremde Gangster ein oder auszuladen, um so die Hoheit in den einzelnen Stadtviertel zu erlangen. Dabei darf je Zug nur einer der Vorgänge durchgeführt werden, entweder man fährt, oder man lädt aus, oder man lädt ein. Wartezeiten sind im Spielablauf eher unbekannt. Bei den Planungen gilt es zu berücksichtigen, dass jedes Stadtviertel seine eigenen Anforderungen hat und nicht immer die Familie belohnt, die sich als Erste niederlässt oder den größten Einfluss ausübt. So macht es imho Sinn absichtlich ein Viertel einem Gegner zu überlassen und seine Jungs wieder abzieht. Die Utensilien helfen hierbei um mehr eigene Leute ein oder auszuladen, schneller durch die Stadt zu reisen oder mehr gegnerische Gangster in den Kofferraum zu laden. Dessen Inhalt lässt sich nebst einem galanten Ausladen in den anderen Stadtvierteln auch weniger galant ins Hafenbecken entleeren.

Einige der Stadtviertel werden durch Verdopplungsmarker in Ihrer Wertigkeit kurz vor Ende der Wertungsrunde besonders wertvoll, wohl dem, der sich just mit den richtigen Instrumenten in der Nähe aufhält. Drei Wertungsrunden insgesamt hat man Zeit um möglichst viele Punkte durch die Wertungen in den Standvierteln zu ergattern. Gangster wirkt anfangs sehr planbar, man hat das Gefühl sich auf dieses oder jenes Stadtviertel zu konzentrieren, stellt dann aber fest dass man nur wenig Einfluss ausüben kann. Es geschieht in kurzer Zeit so viel unvorhersehbares durch Aktionen der Gegner, dass die Wertungsergebnisse in den Vierteln eher zufällig entstehen. Zwar macht es einen Heidenspaß sich gezielt Jungs einer gegnerischen Familie zu schnappen und diese zu den Fischen zu schicken, nur hilft dies der Punktebildung eher wenig weil man schon mit den eigenen Mannen genug zu tun hat. Die Atmosphäre durch die nett gezeichneten Plättchen und Karten stimmt, die Spielidee stimmt, der kurze Ablauf der Runden stimmt, aber das Gesamtpaket hinterlässt einen eher mittelmäßigen Eindruck.

THORSTEN OELSNER


Ausgepackt!
Mister X e.V.