Amyitis
Seit einigen Jahren zeichnet sich der französische Verlag Ystari durch komplexe strategiebasierte Spiele aus.
Mit Amyitis brachte der Verlag zur Spiel 2007 in Essen eine Neuerscheinung, die den Bau der hängenden Gärten in Babylon zum Thema hat.
Allen, die Amyitis spielen möchten, sei jedoch empfohlen, sich vor dem Beginn das Spielmaterial und den Spielaufbau in der Anleitung sehr genau anzuschauen.
Das Spiel ist sehr komplex und wird zugleich auf zwei verschiedenen Plänen und mit einer größeren Anzahl unterschiedlicher Karten und Plättchen gespielt.
Deshalb muss man sich erst einmal den richtigen Überblick verschaffen.
Durch die Kennzeichnung der einzelnen Elemente mit Buchstaben im Text und in den Abbildungen ist eine gute Zuordnung von Spielmaterial und Aufbau aber möglich.
Von den Regeln her ist das Spiel keineswegs besonders kompliziert.
Durch die vielfältigen Möglichkeiten, sich starke Positionen auf unterschiedlichen Feldern aufzubauen, ergibt sich allerdings die Notwendigkeit einer durchdachten Strategie.
| Amyitis |
| Verlag |
Ystari |
| Autor |
Cyril Demaegd |
| Spieler |
2 bis 4 |
| Alter |
ab 12 Jahren |
| Wertung |
| Franz Haegel |
 |
Das Spiel wird in mehreren Runden mit in der Regel mehreren Zügen pro Spieler gespielt.
Der Spieler hat innerhalb der laufenden Runde die Möglichkeiten zu Passen, Personen verschiedener Gewerbe zu rekrutieren oder die Karawane auf dem Spielplan Mesopotamien zu bewegen.
Diese Aktionen sind oft an Voraussetzungen geknüpft und lösen weitere Handlungen aus, die Prestigepunkte oder Vorteile zur Verbesserung der eigenen Spielmöglichkeiten einbringen.
Passen bringt bei jedem folgenden Zug Geld in Form eines Talentes ein.
Da die Runde erst zu Ende ist, wenn alle gepasst haben, und immer reihum gespielt wird, kann durch frühzeitiges Passen der Geldvorrat erheblich aufgefüllt werden.
Verschiedene Personen können zur Mitarbeit rekrutiert werden, dazu sind aber zunehmend höhere Beträge zu bezahlen.
Bauern erzeugen Waren, die auf dem Spielplan Mesopotamien verkauft und gegen Karten eingetauscht werden können, welche als Karawanenführer Vorteile bei weiteren Zügen auf diesem Spielplan bringen, als Bankiers zusätzliches Einkommen beisteuern oder in Form von Palästen Prestigepunkte einbringen.
Priester werden in einen der drei Tempel auf dem Spielplan Babylon gesetzt und können am Ende der Runde Prestigepunkte oder andere Vorteile einbringen.
Ingenieure werden zur Bewässerung der Gartenfelder auf dem Spielplan Babylon benötigt, denn nur auf bewässerten Feldern können Pflanzen angebaut werden, die man auf dem Spielplan Mesopotamien kaufen kann.
Händler schließlich bringen Kamele mit, die zum Ziehen auf dem Spielplan Mesopotamien benötigt werden, wo man in verschiedenen Städten Karten und Pflanzen kaufen kann.
In der Stadt Babylon kann man Waren verkaufen, um Siegpunkte zu erhalten.
Dabei steigern sich sowohl die Wertigkeiten der Karten als auch der benötigten Pflanzen und der bepflanzten Gartenteile im Verlauf des Spiels.
Allerdings sind bei den Karten nicht für jeden Spieler die hohen Wertigkeiten vorhanden, so dass man sich eine Strategie zurechtlegen muss, die je nach Spielverlauf aber der aktuellen Situation angepasst werden sollte.
Amyitis ist wegen der vielfältigen Verknüpfungen verschiedener Aktionen ein sehr komplexes, aber auch sehr spannendes Spiel, das ich Vielspielern empfehlen kann.
Es wird dem Qualitätsanspruch, den man an Ystari inzwischen stellen darf, durchaus gerecht.
FRANZ HAEGEL