Zooloretto

zooloret.jpg 32 KB Ene Besuch im Zoo, oh, oh, oh, oh, Nä wat is dat schön, nä, wat es dat schön. Ene Besuch im Zoo, oh, oh, oh, oh, Dat es esu schön, dat es wunderschön! Das ist nicht nur die Meinung vom einzigartigen Willy Millowitsch gewesen. Auch die Jury Spiel des Jahres hat sich dieser Ansicht angeschlossen und Zooloretto zum diesjährigen Hauptpreisträger gekürt. Dafür gibt es einen herzlichen Glückwunsch an Autor Michael Schacht und den Verlag Abacus zum jeweils erstmaligen Titelgewinn.

In Zooloretto fungieren die 2 bis 5 Mitspieler als Zoomanager. Ihr Ziel ist es, den Besuchern möglichst gut gefüllte Gehege und eine ansprechende Infrastruktur zu präsentieren. Dazu stehen den Mitspielern jeweils ein Zoo mit 3 Gehegen für 4 bis 6 Tiere und Bauplätze für 4 Verkaufsstände zur Verfügung. Punkte gibt es am Ende des Spiels nur für Gehege, in denen höchsten ein Tier fehlt. Bleibt mehr als ein Platz frei, dann gibt es nur Trostpunkte, falls sich ein Verkaufsstand an diesem Gehege befindet. Zusätzlich erhält man noch Punkte für die verschiedenen Verkaufstände und einen Abzug für alle Arten von Tieren und Verkaufsständen, die man nicht in seinem Zoo unterbringen konnte.

Zooloretto
Verlag Abacus
Autor Micael Schacht
Spieler 2 bis 4
Alter ab 8 Jahren
Wertung
Dirk Horster fuenf.gif 1 KB
Motor des Spiels sind Plättchen, auf denen die 8 verschieden Tierarten, sowie Verkaufsstände und Geld abgebildet sind. Ist man an der Reihe, kann man ein verdecktes Plättchen aufdecken und auf einem der Transportwagen ablegen. Ein Transportwagen hat Platz für drei Plättchen. Pro Mitspieler ist einer im davon im Spiel. Die zweite Zug-Alternative ist, einen Transportwagen zu nehmen und alle darauf befindlichen Plättchen in seinem Zoo zu verbauen. Dabei ist zu beachten, dass in einem Gehege nur eine Tierart untergebracht werden darf. So weit, so bekannt? Richtig, bis jetzt entspricht das Spielprinzip dem ebenfalls schon preisgekrönten Kartenspiel Coloretto vom selben Autor. Bei Zooloretto kommt als Alternative 3 hinzu: Die Geldaktion. Für den Einsatz von 1 bis 3 Geldstücken darf man Tiere umgruppieren, oder in anderen Zoos kaufen oder ein zusätzliches Gehege eröffnen. Des Weiteren gibt es noch ein paar Feinheiten, die einem die Entscheidung, Transportwagen nehmen, oder Plättchen zu ziehen erschweren. Dieses Dilemma ist auch die Hauptattraktion von Zooloretto, da selbst wenn ich ein passendes Plättchen ziehen würde es nicht sichergestellt ist, dass der entsprechende Transportwagen noch zur Verfügung steht, wenn man wieder an die Reihe kommt. Also legt man es auf einen Wagen, der für einen selbst mindestens so unattraktiv ist, wie für die Mitspieler. Aber meistens kommt es anders und zweitens als man denkt. Im diesen Sinne muss man seine Taktik, stets der aktuellen Situation anpassen.

Ist diese Idee nun genug für ein Spiel des Jahres. Berücksichtigt man die Zielgruppe des Preises, die Familien, dann muss die Antwort ganz klar ja lauten. Zooloretto ist bestimmt nicht das Beste Spiel dieses Jahrganges, da würde ich spontan zu Wikinger, Die Säulen der Erde oder Notre Dame greifen. Legt man den Fokus aber auf die Familientauglichkeit, dann ist Zooloretto die richtige Entscheidung. Die Regeln sind nicht zu umfangreich und werden gut und mit vielen Beispielen vermittelt. Es ist dazu ansprechend gestaltet und in allen Besetzungen gleich gut spielbar. Wer nach weiteren Variationsmöglichkeiten sucht wird auf der Webseite des Autors schon kostenlos bedient. Dort kann man bereits jetzt drei Erweiterungen zum Selbstbau herunterladen.

Ach ja, es stimmt, im Spiel gibt es, trotz Knut-Hype, keine Eisbären.

DIRK HORSTER


Ausgepackt!
Mister X e.V.