Yspahan

yspahan.jpg 25 KB Nach dem der französische Kleinverlag Ystari im letzten Jahr mit Caylus (Deutscher Spielpreis 2006) einen absoluten Strategiespieler-Knaller auf den Markt gebracht hatte, konnte ich es kaum erwarten die neuste Kreation Ystaris zu spielen. Wie in allen anderen Spielen des Verlages Ystari (Ys, Caylus, Mykerinos) durfte auch im neuen Spiel Yspahan das typische YS im Titel nicht fehlen. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Kaufleuten, die in der ehemaligen Hauptstadt des persischen Reichs Yspahan Handel treiben möchten.

Yspahan
Verlag Ystari
Autor Sebastien Pauchon
Spieler 3 bis 4
Alter ab 8 Jahren
Wertung
Rene Puttin fuenf.gif 1 KBsechs.gif 1 KB
Jessica Puttin fuenf.gif 1 KBsechs.gif 1 KB
Eine Partie dauert 3 x 7 Tage, also 3 Wochen. (Keine Panik: nur 3 fiktive Wochen). Zu Beginn jedes Spieltages würfelt der Startspieler mit neun Würfeln. Wenn er möchte, kann er, um seinem Glück weiter auf die Sprünge zu helfen, für jeweils 1 Gold bis zu 3 weiter Würfel hinzu kaufen. Diese werden nachher nur für seinen Zug verwendet und helfen nur ihm, während die neun Würfel für alle Spieler Aktionen bereit stellen. Die Würfel werden nun nach Zahlen sortiert und auf einen Plan mit Aktionen gesetzt. Die Zahlengruppe mit der niedrigsten Augenzahl aufs erste Feld, die zweitniedrigste aufs zweite usw. Die Gruppe mit der höchsten Augenzahl kommt allerdings immer auf die oberste Aktion. Durch diese Aufteilung sind immer die niedrigste Aktion (Kamele nehmen) und die höchste Aktion (Gold nehmen) besetzt. Von den weiteren vier Aktionen (Märkte beliefern) sind immer unterschiedlich viele besetzt. Nun darf der Startspieler sich eine der besetzten Aktion aussuchen. Die Anzahl der Würfel gibt jeweils an, wie oft er diese Aktion durchführen kann. Drei Würfel auf der Kamel-Aktion erlauben dem Spieler z.B. sich 3 Kamele zu nehmen. Es gibt vier Felder mit Aktionen zum Beliefern von Märkten, jeweils eines für jeden Stadtteil. Nimmt ein Spieler eine solche Aktion, so darf er dort Marktstände mit Waren beliefern. Die Markstände sind jeweils in Gruppen aufgeteilt. Eine vollständig belieferte Gruppe gibt bei der Wertung Punkte. Je nach Stadtteil sind die Punktverteilungen sehr unterschiedlich. So erhält man im Teil, der mit der zweitniedrigsten Aktion der Aktionstafel beliefert werden darf, für 3 Stände 3 Punkte. Im teuersten Bezirk, der mit der zweithöchsten Aktion beliefert werden muss, für einen Stand bereits 4 Punkte oder für 3 Stände 12 Punkte.

Als Alternative zu den Grundaktionen kann ein Spieler auch den Aufseher, um so viele Felder besetzen, wie die Augenzahl der Würfel in der gewählten Aktionsgruppe angibt. Die Bewegungsweite kann für je ein Gold um 1 Feld verkürzt oder verlängert werden. Landet der Aufseher nun neben besetzen Markständen, so werden die Waren von den Ständen genommen und zur Karawane geschickt. Außer der Besitzer der Stände gibt eines seiner Kamele ab, dann bleibt seine Ware am Stand und eine aus seinem Vorrat wird zur Karawane geschickt. Als letzte Aktionsmöglichkeit, kann man noch anstatt etwas anderes mit der gewählten Würfelgruppe zu tun, eine Aktionskarte ziehen. Diese bieten einem unterschiedliche, nützliche Zusatzaktionen. Des weitere kann eine Karte aber auch abgegeben werden, um später bei der Wahl einer Würfelgruppe einen imaginären Würfel hinzuzuzählen. Die Karawane besteht aus 3 Reihen mit jeweils 4 Kamelen. Alle Waren, die in die erste Reihe geschickt werden, bringen dem Besitzer sofort 2 Siegpunkte ein. In der zweiten Reihe immerhin noch einen. Bei der Wertung bekommen die Spieler Punkte entsprechend der Anzahl ihrer Waren in der Karawane. Die Anzahl wird mit 2 multipliziert falls mindestens ein Stein in der zweiten Reihe steht. Steht ein Stein in der dritten Reihe wird sogar mit drei multipliziert. Neben der Belieferung von Märkten können die Kaufleute auch Gold oder Kamele erhalten. Damit können die Spieler Gebäude errichten, die Ihnen Vorteile für das weitere Spiel ermöglichen. Die Gebäude bieten unterschiedlich große Vorteil, kosten aber auch unterschiedlich viel. Das preiswerteste Gebäude, die Weide, kostet nur 2 Kamele und bringt dem Spieler jedes Mal beim Nehmen von Kamelen ein zusätzliches Kamel ein. Das teuerste Gebäude, der Lastenzug, erlaubt es dem Spieler jedes Mal einen Marktstand mehr zu beliefern, kostet aber auch 4 Kamele und 4 Gold. Beim Bau des dritten, vierten und fünften Gebäudes erhält der Spieler jeweils 5 Siegpunkte, bei Bau des sechsten und letzten Gebäudes sogar 10 Punkte. Wie erwähnt wird Ysphan über 3 Wochen gespielt. Nach jeder Woche gibt es eine Wertung, bei der man Punkte für seine belieferten Marktstände und Waren in der Karawane erhält. Anschließend erhalten die Spieler ihre Waren von den Marktständen zurück. Die Karawane behält ihre Waren, so dass Waren die einmal dort platziert wurden über mehrere Runden Punkte bringen können.

Obwohl Yspahan bei weitem nicht so komplex und strategisch ist, wie Caylus, ist es ein wirklich schönes Spiel, mit sehr interessanten, innovativen Mechanismen. Im Gegensatz zu Caylus ist Yspahan nicht nur ein Spiel für Vielspieler (obwohl, diese sicher auch begeistert sein werden) sondern auch für Gelegenheitsspieler sehr zu empfehlen, da es mit sehr einfachen Regeln sehr großen Spielspaß liefert. Während man sich bei anderen Spielern häufig eine kürzere Spieldauer wünschen würde, stellt man bei Yspahan häufig erschrocken fest, dass man bereits in der letzten Woche ist und hat das Gefühl gerade erst angefangen zu haben. Das Spiel ist uneingeschränkt zu empfehlen, hat aber mit ca. 25 € leider einen relativ hohen Preis. Auch bei den Spielepreisen ist Yspahan ganz oben mit dabei. Auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres ist es bereits gelandet und einen Platz unter den Top 10 beim Deutschen Spielpreis wage ich einfach mal zu behaupten hat es auch sicher. Unter folgendem Link kann man sich die Sonderregeln für eine sehr gut funktionierende Zweispieler Variante runterladen.

RENE PUTTIN


Ausgepackt!
Mister X e.V.