Tsuro

tsuro.jpg 36 KB KOSMOS hat in den letzten Jahren zielstrebig an einer Linie von leicht zugänglichen Spielen mit ansprechender Ausstattung gearbeitet. Kommt dabei noch der Spielreiz nicht zu kurz, dann verkaufen sich die Spiele zu Recht wie geschnittenes Brot. So kann man bei Einfach Genial, Ubongo und Just 4 Fun schon von modernen Klassikern sprechen, die immer wieder gerne auf den Spieltisch kommen. Das diesjährige Spiel dieser Produktreihe ist regeltechnisch gesehen die konsequente Fortsetzung dieser Reihe. Die Regeln sind in wenigen Sätzen erklärt und erlauben einen schnellen Einstieg auch für Spielanfänger. Zudem ist das Spiel für 2 bis 8 Personen ausgelegt und funktioniert auch in allen Besetzung annähernd gleich gut. Darüber hinaus ist das Spielmaterial von gewohnt guter Qualität und auch die gestalterische Umsetzung der Spielidee gefällt.

Tsuro
Verlag Kosmos
Autor Tim McMurchie
Spieler 3 bis 8
Alter ab 8 jahre
Wertung
Dirk Horster vier.gif 1 KB
Es spricht also im Prinzip nichts gegen eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte. Wäre da nicht der Spielreiz. Dazu ein kurzer Blick auf das Spielgeschehen. Das Herz des Spiels sind die Wegekarten. Auf jeder Wegekarte sind vier Wege abgebildet, die jeweils zwei verschiedene Endpunkte an den Rändern der Karte miteinander verbinden. Diese Punkte sind auf allen Karten gleich angeordnet, so dass alle Karten beliebig auf dem 6x6 (bzw. 7x7 bei mehr als 4 Spielern) Karten großen Spielplan aneinander gelegt werden können. Jeder Spieler besitzt eine Spielfigur, welche am Spielfeldrand startet. In seinem Spielzug muss man nun eine von drei Wegekarten, die man auf der Hand hält, so auf den Plan legen, dass der Weg auf dem seine Figur steht verlängert wird. So dann zieht man seine Figur bis an das Wegende und ergänzt seine Wegkarten wieder auf drei. Im Verlaufe des Spiels kann es passieren, dass durch das Legen der Karte auch die Wege von anderen Spielern verlängert werden. In diesem Fall zieht man auch diese Figuren bis an ihre jeweiligen Wegenden. Wird dabei eine Figur vom Spielfeld gezogen, oder stößt mit einer anderen zusammen, scheiden die beteiligten Spieler aus dem Spiel aus. Gewonnen hat der Spieler, dessen Spielfigur sich am längsten auf dem Spielplan halten konnte.

Das Ganze spielt sich durchaus ganz nett und ist auch locker innerhalb der auf der Schachtel angegebenen 20 Minuten gespielt. Diese beiden Vokabeln 'nett' und 'locker' beschreiben auch meinen Eindruck von diesem Spiel genau. Die Entscheidungsmöglichkeiten sind doch Recht eingeschränkt. Bleibt man den anderen Spielern möglichst lange fern (denn fremdbestimmte Züge enden meist mit dem unmittelbaren eigenen Ausscheiden), gewinnt am Ende derjenige mit dem glücklichsten Händchen beim Nachziehen der Wegeplättchen. Als Aufwärmer eines Spielabends, während die Gästen langsam eintrudeln, oder als Absacker, wenn 'ein Kurzes können wir doch noch' gefragt ist, ist Tsuro keine schlechte Wahl. Ob dies eine Investition von ca. 25€ wert ist, sollte man erst nach einer Proberunde entscheiden. Bei mir hat es jedenfalls nicht gereicht.

DIRK HORSTER


Ausgepackt!
Mister X e.V.