Neulich (81 n.Chr.) auf dem Forum Romanum.
Hast Du schon von der gestrigen Aufführung von Momos und der Satyr gehört?
Selbst Konsul Muretus soll voll des Lobes gewesen sein.
Ja, aber hast Du schon von Impressario Bombastus gehört?
Er eröffnet die neu erbaute Arena mit einer Inszenierung von Die Galeeren des Apollo.
Er hat mehrere Luxusplätze für die Mitglieder des Senats errichten lassen und den berühmten Gladiator Maximus verpflichtet.
Sogar Kaiser Titus soll sein Kommen zugesagt haben.
Mit diesem Erfolg wäre ihm der Titel des Grossen Impressarios nicht mehr zu nehmen.
| Colosseum | |
|---|---|
| Verlag | Days of Wonder |
| Autor | Wolfgang Kramer Markus Lübke |
| Spieler | 3 bis 5 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Dirk Horster | ![]() |
Die Ausstattung von Colosseum ist hervorragend. Dass die Spiele von Days of Wonder üppig ausgestattet sind ist ja spätestens seit Kleopatra und die Baumeister bekannt. Aber im Gegensatz zu Kleopatra gibt es bei Colosseum kein Plastik. Bei der Materialfülle (zum Glück liegt dem Spiel auch eine Sortiervorlage bei, damit die Spielbestandteile nach der Partie auch wieder passend in das Tiefziehteil einsortiert werden können) sind die klasse modellierten Figuren des Kaisers und der Konsuln hervorzuheben. Aber ist Colosseum auch spielerisch ein Genuss? Im Großen und Ganzen würde ich diese Frage positiv beantworten.
Das Spielziel erfordert eine neue Vorgehensweise an die man sich erst gewöhnen muss. Es gewinnt nämlich nicht, wer in Summe die meisten Zuschauer in seine Arena locken konnte, sondern wer die meisten Zuschauer in einer einzelnen Vorstellung hatte. Also dienen die ersten 3 Runden nur der Vorbereitung für den finalen Schlag in Spielrunde 4 oder 5. Da heißt es schon von Anfang an gezielt auf die große Schlußvorstellung hin zu arbeiten. Da Geld in diesem Spiel knapp ist, muss man auch in den ersten Runden etwas investieren, um schon einige Boni für den Rest des Spieles zu erlangen. Damit komme ich aber auch schon zum Wermutstropfen. Da die Entscheidungen in meinen Spielrunden meistens sehr knapp ausfielen, hing der Sieg in diesen Fällen vom Würfelglück bzw. Pech beim Besuch von Kaiser, Konsul und Senator ab. Diese bringen nämlich verhältnismäßig viele Bonuszuschauer mit (vermutlich alles Leibwächter, wenn man sich die Todesursachen der römischen Kaiser dieser Epoche mal ansieht). Dies mag für viele Spieler frustrierend sein, wenn nach mustergültiger Strategie und Taktik, letztendlich ein einziger Würfelwurf zwischen Platz 1 und 2 entscheidet. Letztendlich trösten der Spielverlauf und die wunderschöne Umsetzung des Spies über diesen Makel hinweg, so dass ich dieses Spiel allen Liebhabern von Aufbauspielen nur empfehlen kann.
DIRK HORSTER