Kleopatra und die Baumeister

kleo.jpg 45 KB Zum ersten Mal hatte ich von Kleopatra und die Baumeister gehört, bevor es überhaupt auf dem Markt war. Auf der Homepage von Days of Wonder gab es eine Präsentation, die das Spiel in Form einer Geschichte ankündigte. Dies machte mich in zweierlei Hinsicht sehr neugierig auf das Spiel: Zum einen habe ich so etwas bisher noch nie für ein anderes Spiel gesehen, zum anderen machte mich die Präsentation selbst neugierig. Das Spiel sollte reale Palast-Bauteile aus Plastik enthalten, mit denen man dann während des Spiels einen dreidimensionalen Palast errichtet. Wow, ob das Spielprinzip genauso gut ist wie die Ausstattung?, fragte ich mich. Genau derselbe Gedanke ging mir durch den Kopf, als ich das Spiel zum ersten Mal auspackte. Das Spielmaterial ist wirklich ein richtiger Genuss. Wie versprochen enthält das Spiel neben jeder Menge anderem schönen Spielmaterial tolle dreidimensionale Plastikbauteile. So, nun wurde es Zeit meine Frage zu beantworten. Nach kurzem Studium der gut geschriebenen, reichlich bebilderten Anleitung konnte es losgehen.

Kleopatra und die Baumeister
Verlag Days of wonder
Autor Bruno Cathala
Ludovic Maublanc
Spieler (2)3 bis 5
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Rene Puttin fuenf.gif 1 KBsechs.gif 1 KB
Jessica Puttin vier.gif 1 KBfuenf.gif 1 KB
Bei dem Spiel übernimmt jeder Spieler die Rolle eines Baumeisters. Ziel des Spieles ist es der erfolgreichste Baumeister zu werden, wobei der Erfolg in Form von Talenten gemessen wird, die es mit nicht immer ganz legalen Methoden zu erwerben gilt. Zum Ende des Spieles wird der korrumpierteste Baumeister Kleopatras Krokodilen zum Fraß vorgeworfen. Von den noch lebendigen Baumeistern gewinnt derjenige, der die meisten Talente erworben hat. In jedem Zug hat ein Spieler die Möglichkeit auf den Markt zu gehen und dort neue Waren zu erwerben oder in den Steinbruch zu gehen, um dort Bauteile errichten zu lassen. Auf dem Markt kann ein Spieler alle Karten eines Marktstandes erwerben, die aber nur teilweise offen liegen. Hier ist schon erste Vorsicht geboten, denn hat der Spieler nach seinem Einkauf mehr als zehn Handkarten, so erhält er Korrumpierungsplättchen. Mit den erworbenen Waren kann man später im Steinbruch Bauteile errichten lassen. Dazu muss man die entsprechenden Waren und Handwerker (in Form von Karten) für ein Bauteil liefern. Auch hier hat der Spieler die Möglichkeit mit Hilfe illegaler Methoden an mehr Waren zu gelangen oder den Bau schneller voranzutreiben, was aber wiederum zu Korrumpierungsplättchen führt. Jedes errichtete Bauteil bringt dem entsprechenden Baumeister neue Talentkarten ein. Zusätzlich gibt es einige Bonustalente, wenn man mehrere Bauteile auf einmal errichtet und diese geschickt kombiniert. Der Türrahmen bringt zum Beispiel für jede damit verbundene Säulenwand einen Extrapunkt. Die Mosaike der Götter bringen Bonuspunke für jedes überbaute Palmfeld. Die Mosaike sind aber auch die meist spielentscheidenden Bauteile. Denn baut man ein Mosaikteil so, dass ein Stück Garten entsteht, in das kein anderes Mosaikteil mehr passt, so darf der Baumeister dort eine seiner beiden Anubis-Statuen stellen und es als sein Heiligtum erklären. Dies bringt zwar keine Talente, aber gibt dem Spieler die Möglichkeit am Ende des Spieles auf jedes Feld des Heiligtums eines seiner Korrumpierungsplättchen abzulegen. Dies ist die einzige Möglichkeit, diese wieder loszuwerden. Naja, nicht ganz die einzige, aber die einzige sichere Lösung: Jedes Mal wenn ein Bauteil errichtet wird, wird der Hohenpriester neugierig und verlangt nach gewisser Zeit ein Opfer in Form von Talenten. Derjenige Baumeister, der das großzügigste Opfer bringt, darf drei Korrumpierungsplättchen abgeben, alle anderen erhalten weitere Korrumpierungsplättchen. Nach ca. einer Stunde endet eine Partie, wenn fünf von sechs Gruppen von Bauteilen vollständig errichtet wurden.

kleo2.jpg 61 KBNun hat noch jeder Baumeister die Möglichkeit sich vor Kleopatras Krokodilen zu retten, wenn er zuvor Heiligtümer errichtet hat, darf er nun dort noch Korrumpierungsplättchen ablegen. Anschließend wird derjenige Baumeister mit den meisten übrigen Korrumpierungsplättchen an die Krokodile verfüttert und es gewinnt derjenige, der noch lebendigen Baumeister mit den meisten Talenten. So und nun die Antwort zu meiner Frage: Kleopatra und die Baumeister ist ein wirklich tolles Spiel, das nicht nur durch seine überragende Ausstattung, sondern auch durch ein sehr gutes Spielprinzip und schöne Spielmechanismen besticht. Es kann sehr viel taktiert werden: Baue ich möglichst viel und auch illegale Methoden sind mir durchaus recht? Ich werde meine Korrumpierungsplättchen ja hoffentlich wieder bei den Heiligtümern und dem Hohenpriester los zu werden. Oder baue ich lieber möglichst viel auf legalem Wege, dann bin ich auf jeden Fall vor den Krokodilen sicher. Mir fehlen aber dann wenn ich zu wenig baue vielleicht die Talente. Das sind die zentralen Fragen im Spiel. Der Mut zum Risiko bietet häufig die beste Chance zum Sieg, da ja nur ein Baumeister gefressen wird und gerade das hält das Spiel bis zur letzten Sekunde spannend. Für mich ist es eines der besten Spiele des Jahrgangs. Der Kaufpreis erscheint mit 35 - 40 EUR zwar relativ hoch, ist aber in Anbetracht der sehr umfangreichen Ausstattung durchaus angemessen. Daher kann ich das Spiel uneingeschränkt für Gelegenheitsspieler und Vielspieler empfehlen. Auf der Homepage des Spiels, gibt es eine offizielle Regelvariante für zwei Spieler. Bei dieser Variante wird am Ende keiner der Baumeister gefressen, sondern der Spieler mit mehr Korrumpierungsplättchen muss am Ende eine entsprechende Menge an Talenten abgeben. Das Spiel zu zweit macht auch Spaß, ist aber lange nicht so spannend, wie ein Spiel, bei dem ein Baumeister den Krokodilen vorgeworfen wird.

RENE PUTTIN


Ausgepackt!
Mister X e.V.