Die Gärten der Alhambra

gaerten.jpg 25 KB Liebe Spieler von Der Palast von Alhambra. Wenn Sie Ihre Brieftasche voller Vorfreude auf eine neue Erweiterung oder Variante ihres Lieblingsspiels gezückt haben, dann muss ich sie enttäuschen. Die Gärten der Alhambra spielt nur in der Welt von Der Palast von Alhambra. In Wirklichkeit handelt es sich um das gute alte Carat, dass vom selben Autor im selben Verlag erschienen ist. Dem abstrakten Spiel wurde lediglich eine Alhambra-kompatible Rahmenhandlung nebst passendem Design verpasst. Dies wird allerdings nur im Kleingedruckten auf der Schachtelrückseite vermerkt.

Die Gärten der Alhambra
Verlag Queen
Autor Dirk Henn
Spieler 2 bis 4
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Dirk Horster vier.gif 1 KB
Geändert hat sich außer der grafischen Gestaltung am Spiel selbst nicht. Wer also Carat besitzt, der braucht Die Gärten der Alhambra schon mal nicht. Für wen ist denn das Spiel dann überhaupt noch interessant? Ich recycle kurz einmal meine alte Carat-Rezension: Bei Carat handelt es sich um ein taktisches Legespiel. Gelegt werden hier vierfarbige Plättchen im Wert von 1 bis 6, wobei jedem Spieler eine Farbe zugeordnet ist. Gespielt wird um Punkte, repräsentiert durch Punktechips im Wert von 1 bis 5, die zu Beginn des Spiels auf dem Spielplan verteilt werden. Der Spielablauf ist denkbar einfach. Reihum zieht jeder Spieler ein verdecktes Plättchen und legt es offen auf dem Spielplan ab. Wurde durch die Ablage ein Punktechip von allen Seiten (Chips in den Ecken von einem, am Rand von zwei und in der Mitte von vier) eingeschlossen, dann erfolgt sofort die Wertung des Chips. Die Punkte erhält derjenige Spieler, dessen Farbe in der Summe die meisten Punkte auf den umgebenden Plättchen hat... Der Witz des Spieles besteht natürlich darin, daß auf jedem Plättchen alle Farben vorhanden sind... Carat braucht einen Vergleich mit dem Referenzprodukt seiner Art (Cafe International, Spiel des Jahres 1989) nicht zu scheuen. Aber nicht nur als Legespiel ist Carat top. Es besitzt meiner Meinung nach die Qualitäten eines Spieles für die Auswahlliste.

Nun, das war 1998. Inzwischen sind 7 Jahre vergangen und die Qualität der Spiele ist seitdem, gerade bei den Legespielen (siehe z.B. Carcassonne), nicht schlechter geworden. So wirkt Die Gärten der Alhambra etwas hausbacken, aber immer noch gut. Das Alhambra-Thema dient hier nur als Lockmittel für den unerfahrenen Spielekäufer. Meine Empfehlung: Wer ein gutes Legespiel sucht, das auch zu Zweit auch noch Spaß macht, der ist mit den Gärten der Alhambra gut bedient. Wer auf einen Restposten Carat trifft, der kommt auch noch in den Genuss eines guten Preises.

DIRK HORSTER


Ausgepackt!
Mister X e.V.