Schatten über Camelot

camelot.jpg 28 KB Sie wollen bei Gesellschaftsspielen nicht immer gegen die anderen spielen, sondern mit Ihnen? Dann ist Schatten über Camelot vielleicht das richtige für Sie. Allerdings brauchen sie für das Spiel einen großen Tisch. Denn an vielen Fronten muss gegen die drohenden Gefahren gekämpft werden.

Jeder Spieler verkörpert einen stolzen Ritter, von König Artus über Sir Parzival bis hin zu Sir Galahad, Lanzelots Sohn. Alle Ritter besitzen eine Spezialfähigkeit, die sie im Laufe des Spiels immer wieder einsetzen können. Zentraler Schauplatz des Kampfes Gut gegen Böse ist die Burg von Camelot. In ihr und um sie herum sind die verschiedenen Aufgaben für die Ritter, die so genannten Questen, platziert. So muss beispielsweise gegen die einfallenden Pikten und Sachsen gekämpft werden, die Zahl der Camelot bedrohenden Belagerungsmaschinen muss gering gehalten werden und der Schwarze Ritter sollte besiegt werden.

Schatten über Camelot
Verlag Days Of Wonder
Autor Serge Laget
Bruno Cathala
Spieler 3 bis 7
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Andreas Haaß vier.gif 1 KB
Welcher Ritter sich wann welchem Problem widmet, entscheidet zum einen die Kartenhand eines jeden Spielers, zum anderen aber auch die geschickte Beratung in der Gruppe. Zu Spielbeginn wird jeder mit sechs weißen Karten, die für das Gute stehen, ausgestattet. Sie ermöglichen Kämpfe an den unterschiedlichsten Standorten, so dass der eine Spieler eher um den Gral kämpft, der andere vielleicht gegen die Sachsen antritt.

Eine Spielrunde verläuft immer gleich: Erst kommt das Böse Camelot näher, dann versucht das Gute zurückzuschlagen. Im Einzelnen sieht das so aus: Wer an der Reihe ist, muss zunächst eine schwarze Karte ziehen und die darauf vorgegebene Aktion des Bösen ausführen. Er zieht damit beispielsweise Excalibur einen Schritt ins Dunkle oder stärkt die Kampfkraft des Schwarzen Ritters. Vor dem Zug der schwarzen Karte können sich die Spieler nicht drücken. Nur schwer kann so eine Karte und deren Folgen abgewendet werden. Erst danach kann der Spieler mit einer seiner weißen Karten etwas Gutes tun. Eine zweite Aktion ist nur mittels einer großen Kraftanstrengung möglich. Diese wird durch den Abzug eines Lebenspunktes symbolisiert. Vier hat jeder Spieler zu Beginn, ein weiteres Feld also, auf das aufgepasst werden muss.

Schatten über Camelot zwingt die Spieler dazu, ihre nächsten Schritte zu überlegen - und sich im Notfall auch für die anderen zu opfern. Denn ein Problem gibt es das ganze Spiel über: Es brennt immer an allen Ecken. Nur durch geschickte Verteidigung und mit dem nötigen Karten- und Würfelglück kann die Gruppe siegen. Die Macher des Spiels haben das Wirken des Bösen ziemlich geschickt und doch ganz einfach in den Griff bekommen. Einfach eine Karte ziehen und sie auslegen. Im schlimmsten Fall müssten die Spieler an acht Schauplätzen gleichzeitig sein. Wem das alles noch zu einfach ist, der kann mit der verschärften Version spielen. Da werden am Anfang Treuekarten verteilt. Und unter denen befindet sich eine Verräterkarte. Dieser Spieler hat dann die Aufgabe, die Mission der guten Ritter zu sabotieren. Das Spiel ist prächtig ausgestattet: Neben den vielen einzelnen Schauplätzen, die grafisch ansprechend auf einzelnen Papptafeln zu finden sind, liegen sowohl die Ritterfiguren als auch die Pikten, Sachsen und die Belagerungsmaschinen als massive Hartplastikfiguren bei. Ganz wichtig für das Spiel ist allerdings, das sich einer vorab die Zeit nimmt, um die Anleitung und die beschriebenen Questen in Ruhe durchzulesen. Dies dauert locker eine Stunde, garantiert danach aber für alle einen gelungenen Spielspaß. Und wer das Spiel mit acht Personen starten will, der kann sich im Internet die passenden Informationen für Sir Bedivere herunter laden.

ANDREAS HAAß


Ausgepackt!
Mister X e.V.