Amazonas

amazonas.jpg 18 KB Für Gesellschaftsspieler sind Flüsse eine gute Wahl. So konnte dieses Jahr mit Niagara, nach Mississippi Queen 1997, ein Spiel um das Thema Fluss, Spiel des Jahres werden. Ohne Auszeichnung blieb dieses Jahr ein weiteres Spiel am Fluss. In Amazonas von Stefan Dorra geht es nicht direkt um den Strom in Südamerika, sondern um die Erkundung der Flora und Fauna desselben.

Der Spielplan zeigt uns einen kurzen Ausschnitt des Flusslaufes und des angrenzenden Dschungels mit verschlungenen Wald- und Wasserwegen. In 18 Runden bewegen wir uns über den Spielplan und versuchen auf den vorgegebenen Bauplätzen unsere Forschungscamps zu errichten. Für den Bau eines unserer 12 Camps erhalten wir den auf dem Bauplatz vermerkten Forschungschip. Von diesen gibt es 5 verschiedene Arten. Besitzen wir am Ende des Spiels mindestens 3 Chips einer Sorte, dann gibt es Siegpunkte. Weitere Siegpunkte gibt es für das Sammeln aller 5 Chiparten. Abzüge erhält derjenige, der es nicht schafft, die 4 auf seiner Auftragskarte genannten Camps zu errichten.

Amazonas
Verlag Kosmos
Autor Stefan Dorra
Spieler 3 bis 4
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Dirk Horster fuenf.gif 1 KBsechsgif 1 KB
Franz-Josef Houben sechs.gif 1 KB
Michael Hansmeyer vier.gif 1 KB
Ein Spielzug läuft folgendermaßen ab. Pro Runde wird eine der 18 Ereigniskarten gezogen. Diese Ereignisse gelten für alle Spieler in der Runde. Danach spielt jeder eine seiner 7 Aktionskarten. Diese Aktionskarten regeln die Einnahmen der Spieler in dieser Runde und damit gleichzeitig die Spielreihenfolge. Denn, wer am meistens verdient, der darf auch zuerst ziehen. Die Ereignisse erhöhen oder verringern dabei das Einkommen der Spieler oder schränken die Bewegungsmöglichkeiten ein. In Spielreihenfolge dürfen dann Camps errichtet werden. Dabei kommt der Spielreihenfolge eine entscheidende Bedeutung zu, da die Anzahl der Camps pro Bauplatz beschränkt ist, und die Baukosten höher sind, je mehr Camps dort schon stehen. So versucht man seine Aktionskarten möglichst gewinnbringend einzusetzen und den Mitspielern immer einen Schritt voraus zu sein.

Mir persönlich hat Amazonas spielerisch und optisch sehr gut gefallen. Alle Spieler sind immer am Geschehen beteiligt. Es gilt die eigenen Pläne mit den immer knappen Ressourcen auf die Absichten der Mitspieler abzustimmen, wobei unerfahrene Forscher gegen versierte Wissenschaftler allerdings auch schon einmal aussichtslos ins Hintertreffen geraten können. Negativ ist anzumerken, dass die Aktionskarten und die Auftragskarten nicht ausgewogen sind. Abhilfe schafft hier das Internet. Auf der Seite des Autors findet man Varianten, die diese Missstände korrigieren. Wegen dieser vermeidbaren Mängel gibt es von mir nicht die Höchstnote, aber immer noch eine klare Empfehlung für Amazonas.

DIRK HORSTER


Ausgepackt!
Mister X e.V.