Sankt Petersburg

stpeter.jpg 33 KB Zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte unter Zar Peter dem Großen in Russland eine wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung ein, die das Land an die anderen europäischen Staaten heranführte. Die Dynamik dieses Prozesses vermittelt das Spiel Sankt Petersburg.

Das Spiel besteht im wesentlichen aus vier Kartensätzen (Handwerker, Bauwerke, Adlige und Austauschkarten), denen in der angegebenen Reihenfolge in jedem Durchgang jeweils eine Runde gewidmet ist. Die Zahl der Durchgänge ist von der Spielentwicklung abhängig. Das Spiel endet am Schluss desjenigen Durchgangs, in dem einer der Kartensätze aufgebraucht wird. In den vier Runden eines Durchgangs wird zunächst immer eine Auslage von offenen Karten aus dem jeweils aktuellen Kartensatz auf 8 (bei 4 Spielern) ergänzt. Anschließend führen die Spieler reihum immer eine von vier möglichen Aktionen durch, solange bis alle gepasst haben. Danach werden die Karten des aktuellen Satzes gewertet. Nur bei den Austauschkarten entfällt die Wertung. Durch die Wertung erhalten die Spieler Geld und Punkte. Gewonnen hat am Ende der Spieler mit den meisten Punkten. Das Geld benötigen die Spieler, um Ihre Karten offen auslegen zu dürfen. Nur ausgelegte Karten werden gewertet.

Sankt Petersburg
Verlag Hans im Glück
Autor Michael Tummelhofer
Spieler 2 bis 4
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Franz Haegel sechs.gif 1 KB
Dirk Horster fuenf.gif 1 KB
Durchschnitt 4,75
Wenn die Spieler an der Reihe sind, haben sie vier Möglichkeiten. Sie können eine der Karten in der Auslage kaufen. Dazu müssen Sie den auf der Karte angegebenen Preis bezahlen. Die Karte wird sofort offen ausgelegt. Alternativ können die Spieler eine Karte auf die Hand nehmen. Dafür müssen sie nichts bezahlen. Es sind jedoch nur drei Handkarten erlaubt. Schließlich können die Spieler auch eine Handkarte auslegen. In diesem Fall müssen sie dann den angegebenen Preis bezahlen. Die vierte Möglichkeit ist das Passen, wobei ein Spieler wieder andere Aktionen durchführen darf, solange nicht alle Spieler in einer Runde gepasst haben.

Bei der Wertung erhalten die Spieler bei den Handwerkern Geld, bei den Bauwerken Punkte und bei den Adligen Geld oder beides. Die Austauschkarten gehören jeweils zu einer der drei anderen Kategorien. Sie können gegen offen ausgelegte Karten dieser Kategorie (gegebenenfalls gegen Aufpreis) ausgetauscht werden und bringen in der Regel Vorteile, z. B. Punkte bei den Handwerkern oder Geld bei den Bauwerken. Einige Karten erlauben zusätzliche Möglichkeiten, z. B. vier statt drei Karten auf der Hand haben zu dürfen.

Am Ende des Spiels gibt es eine Schlusswertung. Jede Karte auf der Hand zählt dann 5 Minuspunkte. Zudem bekommen die Spieler für alle unterschiedlichen Adligen jeweils einen Punkt. Für jeweils 10 Rubel erhält man ebenfalls einen Punkt. Sankt Petersburg ist ein variantenreiches Spiel, dessen Regeln im Grunde sehr einfach sind. Im Laufe des Spiels entwickeln die Spieler ihre eigenen Auslagen immer unter den jeweiligen Gegebenheiten und bei knappem Geld weiter. Der Ausgang des Spiels ist bis zum Schluss offen, da es verschiedene Strategien zum Sieg gibt, die eventuell erst bei der Schlusswertung greifen. Für mich ist Sankt Petersburg das beste Spiel des Jahrgangs.

FRANZ HAEGEL


Ausgepackt!
Mister X e.V.