Fifth Avenue
New York, Bauboom in den dreißiger Jahren, die Spieler versuchen durch das Errichten von Hochhäusern und dem Plazieren von Geschäften in der Nachbarschaft möglichst viel Siegpunkte zu erringen.
Der Spielplan zeigt sieben Stadtviertel von New York über die sich zwei Baukommissionen bewegen und so das jeweilige Stadtviertel markieren in dem es zu Veränderungen kommen kann. Man ersteigert Bauplätze, platziert Geschäfte, versetzt die Kommission, zieht Baukarten oder wertet ein Stadtviertel. Jeder Spieler hat die Auswahl aus vier Spielzügen mit je drei Aktionen und versucht so sich eine Vormachtstellung in den Stadtvierteln zu sichern. Wie bei vielen taktisch orientierten Spielen kann man nicht alles haben und muss sich für eine der Möglichkeiten entscheiden.
| Fifth Avenue |
| Verlag |
alea |
| Autor |
Wilko Manz |
| Spieler |
2 bis 4 |
| Alter |
ab 12 Jahren |
| Wertung |
| Norbert Fell |
  |
| Durchschnitt |
2,50 |
Mit der Bewertung dieses Spiels tue ich mich wirklich schwer. Ich habe selten ein so gutes Spiel erlebt, das solch gravierende Mängel aufweist. Dieses taktisch durchaus anspruchsvolle Spiel ist von Taktikern einfach nicht vernünftig spielbar. Sobald man sein Augenmerk darauf richtet es dem Gegner möglichst schwer zu machen, um sich selbst in eine bessere Position zu bringen, fallen verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten einfach hinten runter. So gab es eine Spielrunde in der nicht nur kein Spieler eine Wertung nach Aktionsmöglichkeit D auslöste, sondern es auch niemandem gelang sich Sonderpunkte bei dem Plazieren von Geschäften zu sichern. Wir haben das Spiel durchgespielt und nur am Ende kam dann zu der Schlusswertung wodurch der Sieger ermittelt worden ist. Dies war äußerst unbefriedigend. In der Spielregel wird in einem kleinen Tipp am Rande darauf hingewiesen das es nur wenig Gelegenheit gibt so zu werten, dass man selbst mehr davon hat als der Gegner. Für mich ergibt sich daraus die Frage warum man denn überhaupt ein Wertung auslösen sollte, wenn man keinen Vorteil davon hat und warum der Spielmechanismus nicht so verändert wurde, das es mehr Gelegenheiten gibt für sich positiv zu werten; zum Beispiel in dem man zusätzlich auf allen Feldern, die die Kommission in dieser Runde schon besucht hat, Wertungen erlaubt. Vielleicht sind aber auf dem Weg vom Prototyp zum fertigen Spiel auch einfach zu viele Änderungen vorgenommen worden, so dass es zu dieser Kompromisslösung kam, die eigentlich nur ein unbefriedigendes Gefühl nach dem Spielen von Fifth Avenue hinterlässt.
Alea eine Marke von Ravensburger, die eigentlich für besondere Qualität steht, kann diesmal nicht das halten was Sie verspricht. Mehr als 2 bis 3 Würfelpunkte kann ich daher nicht vergeben.
NORBERT FELL