Im Mittelalter hatten sich Danzig, Hamburg, Bremen, Groningen, Lübeck, Rostock, Malmö, Visby, Aalborg und Edinburgh zur Bohnenhanse zusammengeschlossen.
Zwischen den Städten wurde damals reger Handel getrieben.
Bohnen wurden eingekauft, andere Händler zum Tausch eingeladen und später wurde die Ware auch wieder gewinnbringend verkauft.
In die Rolle solcher Bohnenhändler schlüpfen die Spieler in dem Spiel Bohn Hansa. In ihrem Pferdewagen haben maximal acht Bohnenladungen Platz. Und acht verschiedene Bohnensorten sind auch in den Städten gehandelt worden. Das reicht von der Blauen Bohne über die Feuer- und Saubohne bis hin zur Augen- und zur Gartenbohne. Zu Beginn der Tätigkeit wird jeder Spieler mit zwei Aufträgen ausgestattet. Da sind immer zwei oder drei Bohnen aufgelistet, die man kaufen und danach in eine bestimmte Stadt bringen soll. Ach ja, und natürlich ist auf dem Auftrag auch vermerkt, wie viele Bohnentaler (die damalige Währung) man bei Erfüllung bekommt. Und dann hat man sich auch schon auf den Weg gemacht. Hat entweder direkt den Auftrag erfüllt, oder einen Zwischenstopp eingelegt, um günstig Bohnen einzukaufen. Denn nicht in jeder Stadt gibt es billige Bohnen. Je weniger Angebot vor Ort vorhanden ist, desto höher ist der Preis.
| Bohn Hansa | |
|---|---|
| Verlag | Amigo |
| Autor | Uwe Rosenberg |
| Spieler | 3 bis 5 |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Wertung | |
| Andreas Haass | ![]() |
| Dirk Horster | ![]() |
Einstimmig negativ aufgefallen sind die Bohnensorten. Obwohl die Namen ja vom Kartenspiel übernommen worden sind, sind die cirka ein mal ein Zentimeter großen Pappquadrate so klein, dass man die jeweilige Bohnensorte kaum erkennen kann. Der Spielplan (der von den Entfernungen her ganz offensichtlich vor der letzten Erdplattenverschiebung entstanden sein muss) ist sehr farbkräftig und einfach gestaltet. Die einen fanden das übersichtlich und witzig, andere fanden die Zeichnungen zu einfallslos. Aber immerhin ist Bohn Hansa ein Brettspiel, in dem noch mal richtige Spielgeldscheine vorkommen. Davon gab es ja in letzter Zeit leider nicht so viele. Wichtig festzuhalten bleibt: Man muss das Kartenspiel nicht unbedingt kennen, um das Brettspiel Bohn Hansa zu spielen. Das Spiel erschließt sich auch völlig ohne irgendwelche gärtnerischen Vorkenntnisse. Zumal die Spielanleitung spielerfreundlich recht ausführlich und mit sehr viele verständlichen Beispielen ausgestattet ist.
ANDREAS HAASS