Zum ersten Mal hat ein Spiel aus dem Verlag Clementoni unsere Spieltische erreicht.
Die großformatige, sehr schön gestaltete Schachtel und der Autor Wolfgang Kramer machen neugierig.
Nach dem Öffnen der Schachtel erblickt man eine wahre Materialfülle.
Die 284 Einzelteile aus Nautilus werden hier locker übertroffen.
Wir finden Lebewesen, Anpassungkärtchen, Nahrungschips, Wildlifekarten, Fähigkeitskarten und noch vieles mehr.
Leider findet das Spielmaterial keinen adäquaten Platz im Karton, so daß es zu Beginn einer Partie immer neu sortiert werden muß.
Ärgerlich, aber das sollte den Spielspaß nicht trüben.
Zurück zum Spiel.
In Wildlife verkörpert jeder Mitspieler ein Lebewesen, daß sich im Verlaufe des Spiels über den Spielplan ausbreiten soll. Der Spielplan setzt sich aus 12 Gebieten in 6 verschiedenen Geländearten zusammen. Für jede Geländeart besitzen die Lebewesen unterschiedliche Fähigkeiten. Die Fähigkeiten reichen von Keine Aktion über Wandern (das Gebiet darf betreten werden) und Expandieren (Lebewesen dürfen in das Gebiet eingesetzt werden) bis Attackieren (andere Lebewesen dürfen aus dem Gebiet verdrängt werden). Gesteuert wird das Spiel über die Wildlifekarten von denen jeder Spieler 10 Stück auf der Hand hält. In seinem Zug darf der Spieler 3 davon ausspielen. Es gibt fünf verschiedene Kartentypen. Die Geländekarten erlauben eine Aktion im ausgespielten Gelände, entsprechend der Fähigkeit des Lebewesens. Mit den Radkarten erhöht man die Fähigkeit des Lebewesens in einer Geländeart (z.B. von Wandern nach Expandieren). Eine Pfeilkarte erlaubt das Ziehen einer der 5 verschiedenen Fähigkeitskarten, die den eigenen Lebewesen zusätzliche Zugmöglichkeiten bieten. Die Blitzkarten sind Joker und die Textkarten sind Ereigniskarten, die sich meist positiv für die eigenen Lebewesen und negativ für die Konkurrenz auswirken. Der Kniff an diesem Spiel ist es nun, daß man mindestens eine der ausgespielten Karten an die Mitspieler versteigern muß. Bezahlt wird übrigens mit den Nahrungschips. Die ersteigerte Karte wird außerhalb der normalen Spielreihenfolge vom ersteigernden Spieler sofort ausgeführt. So steigert man seine Zugmöglichkeiten und wandert, expandiert und attackiert über den Sielplan, bis 11 Gebiete vollständig besetzt wurden oder ein Spieler sein letztes Lebewesen auf den Plan plazieren konnte.
| WildLife | |
|---|---|
| Verlag | Clementoni |
| Autor | Wolfgang Kramer |
| Spieler | 2 bis 6 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Dirk Horster | ![]() |
| Hanni Fell | ![]() |
Mit Wildlife ist Clementoni ein wirklich interessantes Familienspiel gelungen. Wie meine kurze Beschreibung, die längst nicht alle Elemente beinhaltet, erahnen läßt, gibt es für jeden Spieler in seinem Zug viel zu bedenken und beachten. So wurden, besonders von Erstspielern, immer wieder Zugmöglichkeiten übersehen oder schlicht vergessen. Die Materialfülle erhöht die Spielübersicht natürlich auch nicht. Für 3 oder 4 erfahrene Gesellschaftsspieler ab 12 Jahren ist Wildlife aber auf jeden Fall eine Empfehlung und immer eine Partie wert. Bei mehr als 4 Spielern muß man einfach zu lange auf seinen Zug warten und für 2 Spieler ist das Konzept mit der Versteigerung und den Wertungen eigentlich nicht geeignet. Man darf sich also auf weitere gute Spiele aus dem Hause Clementoni freuen. Wer etwas über die Entstehungsgeschichte dieses Spiels erfahren möchte, dem empfehle ich den Artikel in der Spielboxausgabe 4/2002. Dort berichtet der Autor des Spiels selbst über die Entwicklung von Wildlife.
DIRK HORSTER