Tyros

tyros.jpg 13 KB Der Mittelmeerraum in der Antike bildet die historische Kulisse für das Handels- und Besiedelungsspiel Tyros. Die 3-4 Mitspieler schlüpfen in die Rolle phönizischer Seefahrer. Ihr Ziel ist es vier im Mittelmeerraum gelegene Imperien zu erweitern, auf dem Seeweg zu entdecken und dort Städte zu bauen. Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler alle Städtemarker und Schiffe seiner Spielfarbe. Zwei Schiffe werden, als Ausgangspunkt der ersten Seereisen, an der Küste der Stadt Tyros platziert. Danach werden die 4 Imperien gegründet, die im Verlauf des Spiels unterschiedlich erweitert werden. Von 32 vorhandenen Landschaftskärtchen werden 4 gezogen (im ersten Spiel stehen zur Erleichterung des Spieleinstiegs die Landschaften fest) und mit je einem farblich unterschiedlichem Imperiumschip gekennzeichnet. Danach erhält jeder Mitspieler 4 Landschaftskärtchen. Die restlichen werden als Vorrat abgelegt.

Ab jetzt wird in 3-phasigen Runden gespielt. In der ersten Phase werden abhängig von der Mitspielerzahl 10 oder 12 Handelskarten verteilt. Sie haben unterschiedliche Farben welche die bevorzugten Handelswaren (Kupfer, Öl, Zedernholz und Purpurstoff) der Phönizier zeigen und dienen in der dritten Phase quasi als Zahlungsmittel für Aktionen. In der zweiten Phase geht es um die Erweiterung der Imperien. Jeder Mitspieler spielt ein an die bestehenden Reiche angrenzendes Landschaftskärtchen aus, markiert es mit dem farblich entsprechenden Chip und trägt so zu der Vergrößerung der Imperien bei.

Tyros
Verlag Kosmos
Autor Martin Wallace
Spieler 3 bsi 4
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Jens Bruhse vier.gif 1 KB
In der nun folgenden dritten und letzten Phase des Spiels findet das eigentliche Spielgeschehen statt. Jeder Spieler macht in seinem Zug eine der nachfolgend beschriebenen Aktionen. Zur Ausführung der Aktionen braucht man die Handelskarten. Zunächst kann man mit dem Schiff zu einem Spielplanfeld fahren, das bereits zu einem Reich gehört. Die Fahrkosten betragen pro überquertem Streckenfeld eine Handelskarte in der Imperiumsfarbe des Zieles. Als nächste Aktion kann man eine Stadt bauen. Voraussetzungen hierfür sind ein oder zwei eigene und kein fremdes Schiff auf dem entsprechenden Spielplanfeld. Die Baukosten betragen 5 Handelskarten (bei 2 Schiffen im Feld 4 Karten) in der Farbe des Reiches. Die gebaute Stadt wird mit einem Städtemarker der eigenen Spielfarbe gekennzeichnet und eins der Schiffe im Hafen vom Spielfeld entfernt. Nachdem man anfänglich nur in Tyros Schiffe bauen kann (für jedes Schiff aller Mitspieler im Hafen eine Handelskarte als Baukosten) darf man nun in jeder eigenen Stadt (sehr preiswert für 1 Handelskarte in der Farbe des Imperiums) ein Schiff bauen. Diese Stadt ist auch der Ausgangspunkt für alle Seereisen des neuen Schiffs. Eine weitere mögliche Aktion ist der Handel oder Tausch von Handelskarten mit der Bank oder einem Mitspieler. Man kann dadurch in den Besitz dringend benötigter Handelskarten einer bestimmten Farbe kommen. Ein Spieler darf in jedem Zug auf seine Aktion verzichten und passen. Er darf, wenn er erneut an die Reihe kommt, wieder eine Aktion ausführen oder wieder passen. Eine Runde endet, wenn alle Spieler nacheinander gepasst haben. Jeder Spieler darf dann 3 seiner Handelskarten behalten und eine neue Runde beginnt wieder mit dem Verteilen der Handelskarten (10 oder 12). So kann es sein, das die Spieler die neuen Runden mit einer unterschiedlichen Anzahl an Karten beginnen.

Das Spiel endet, wenn ein oder mehrere Spieler ihr letztes Landschaftskärtchen gelegt haben. Nun erfolgt die Verteilung der Siegpunkte:

Alle Punkte werden addiert und (wie sollte es anders sein) der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Tyros ist einfach gehaltenes Spiel mit übersichtlicher Spielregel, welche den Mitspielern schnell erklärt ist. Es bietet eine gesunde Mischung aus Taktik und Glück. Zu viel Glück für den Startspieler bei der Verteilung der Handelskarten und Landschaftskärtchen kann sich jedoch negativ auf das gesamte Spielgeschehen auswirken. Er kann dann mit entsprechender Taktik schon bei Spielbeginn einen uneinholbaren Vorsprung herausholen. Außerdem müsste das Spielmaterial für eine bessere Bewertung etwas liebevoller gestaltet und der Spielplan größer sein. Trotz der erwähnten Kritik ist Tyros ein mit gut bewertetes Spiel das den 3 oder 4 Spielern für cirka 45 Minuten Spielspaß garantiert.

JENS BRUHSE


Ausgepackt!
Mister X e.V.