Puerto Rico

puerto.jpg 12 KB Im Jahre 1493 wurde durch Christoph Columbus die östliche Insel der großen Antillen entdeckt. Um das Jahr 1550 herum erlebt diese Insel, genannt Puerto Rico, ihre erste große Blütezeit. Daran können nun die 3 bis 5 Spieler, indem sie in bestimmte Rollen wie Goldsucher, Bürgermeister oder Händler schlüpfen, Anteil nehmen. Jeder Rolle ist eine Aktion zugeordnet, die alle Spieler nacheinander ausführen können. Hierbei müssen unter anderem Plantagen angelegt, Gebäude gebaut, Waren hergestellt und verkauft werden. Spielziel ist es, bei Spielende möglichst viele Siegpunkte zu besitzen.

Doch beginnen wir zunächst mit den Spielvorbereitungen. Nach dem Aufbau des umfangreichen Spielmaterials erhält jeder Spieler einen Spielplan (er dient zur Ablage der im Verlauf des Spiels erworbenen Plantagen und Gebäude), je nach Anzahl der Mitspieler 2 bis 4 Dublonen als Startkapital und eine Plantage. Der Startspieler erhält zusätzlich die Gouverneurs-Karte. Dieser beginnt nun die erste Spielrunde mit der Auswahl einer Spielrolle und führt die entsprechende Aktion durch. Mit Ausnahme bei der Rolle Goldsucher, können nun alle anderen Mitspieler diese Aktion ausführen. Nacheinander wählen die Spieler ihre Rollen aus und führen reihum die Aktionen aus. Haben alle Spieler ihre Rolle gewählt und ausgeführt ist die Runde beendet. Auf den nicht benötigten Rollenkarten wird jeweils eine Dublone gelegt. Die benutzten Rollenkarten werden zurückgelegt und die Gouverneurskarte wandert zum nächsten Spieler. Dieser beginnt die neue Runde. Weil der gesamte Spielverlauf von den Rollen geprägt wird und sich daraus die weiteren Spieldetails ergeben werden nachfolgend alle Spielrollen erklärt.

Puerto Rico
Verlag Alea
Autor Andreas Seyfarth
Spieler 3 bis 5
Alter ab 12 Jahren
Wertung
Jens Bruhse fuenf.gif 1 KB
Dirk Horster sechs.gif 1 KB
Hat ein Spieler die Rolle als Siedler gewählt, nimmt er eine neue Plantage auf und legt diese auf seinem Spielplan ab. Zur Auswahl stehen Plantagen welche die landestypischen Produkte wie Kaffee, Tabak, Mais, Zucker oder Indigo anbauen. Als Privileg kann er einen Steinbruch wählen, der in der Baumeisterphase die Baukosten von Gebäuden senkt. Zum Betrieb aller Plantagen und Gebäude benötigt man Arbeitskräfte in Form von Kolonisten. Diese stehen, nachdem ein Spieler die Rolle Bürgermeister gewählt hat, auf dem Kolonistenschiff zur Verfügung. Sie werden reihum verteilt. Die Anzahl der Kolonisten für die einzelnen Spieler kann unterschiedlich sein. Als Privileg erhält der Bürgermeister einen zusätzlichen Kolonisten. Zuletzt errechnet er anhand der nicht besetzten Gebäude die neue Anzahl der benötigten Arbeitskräfte und legt sie für die nächste Spielrunde auf das Kolonistenschiff. Damit die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Plantagen (außer Mais) weiterverarbeitet werden können, benötigt man die entsprechenden Produktionsgebäude wie Indigoküpereien, Zuckermühlen, Tabakspeicher und Kaffeeröstereien. Diese können gegen Bezahlung vom Baumeister errichtet werden. Außerdem können 17 in Art, Größe und Kaufpreis unterschiedliche Funktionsgebäude (z.B. Markthallen, Lagerhäuser, Universitäten Werften, Festungen und Rathäuser) erworben werden. Diese setzen zum Teil die Grundregeln außer Kraft oder bringen Extrasiegpunkte. Als Privileg zahlt der Baumeister eine Dublone weniger Baukosten. Natürlich möchte man als Besitzer von Plantagen und Gebäuden auch Waren produzieren. Genau dies passiert in der Rolle Aufseher. Sind die Plantagen und Produktionsgebäude mit Kolonisten besetzt, wird dort die entsprechende Anzahl Produkte in Form von Warensteinen erzeugt und auf dem Spielplan abgelegt. Als Privileg erhält der Aufseher einen Stein zusätzlich. Die produzierten Waren(-steine) können während der Rolle Händler an das Handelshaus verkauft werden. Man erhält den dort vorgesehenen Preis. Der Händler beginnt mit dem Verkauf einer Ware, wobei er als Privileg eine zusätzliche Dublone erhält. Danach folgen reihum die Mitspieler bis das Handelshaus voll ist. Alternativ sorgt der Kapitän während seiner Rolle für den Abtransport der Waren in die Alte Welt. Dazu stehen 3 Transportschiffe zur Verfügung die jedoch immer nur eine Ware aufnehmen. Auch nehmen nicht 2 Schiffe die gleiche Ware auf. Wer an der Reihe ist muss liefern und darf, solange Platz auf den Schiffen ist, keine Ware zurückhalten. Für jeden gelieferten Warenstein erhält man einen Siegpunkt. Danach muss jeder Spieler alle Warensteine bis auf einen in den allgemeinen Vorrat zurücklegen. Jedoch erhöhen Lagerhäuser die eigene Lagerkapazität. Wählt ein Spieler die Rolle Goldsucher, löst er damit keine allgemeine Aktion aus, sondern erhält sein Privileg in Form einer Dublone.

Das Spiel endet, wenn am Ende einer Runde eine der 3 folgenden Bedingungen eintritt:

Wie Eingangs erwähnt gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten aus der Addition von Siegpunktechips, Siegpunkte seiner Gebäude und Extrasiegpunkte der großen Gebäude. Puerto Rico ist ein taktikbestimmtes Spiel für 3- 5 Spieler aus dem Alea-Verlag. Das umfangreiche Spielmaterial ist optisch sehr ansprechend gestaltet. Auf die sehr gute Spielanleitung muss gerade während der ersten Partien, unter anderem wegen der vielen Gebäude mit unterschiedlichen Funktionen, öfter zurück gegriffen werden. Der Spielverlauf wird besonders von der Rollenauswahl bestimmt. Hierbei müssen die Spieler taktisches Geschick beweisen und ständig überlegen, ob die dadurch ausgelöste Aktion ihnen selbst mehr Vorteile als den Mitspielern bringt. Dazu kommen ständig Überlegungen welche Produktionsstätten und Funktionsgebäude man als nächstes erwerben soll. Im Endeffekt bedeutet dies, das bei Puerto Rico sehr konzentriert gespielt werden muss, um durch fehlerhafte Entscheidungen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Oftmals tritt dadurch der eigentliche Spielspaß in den Hintergrund. Deshalb und nur deshalb ist Puerto Rico kein Top-Spiel aber immerhin ein sehr gutes Spiel.

JENS BRUHSE


Ausgepackt!
Mister X e.V.