Der Legende nach sei der berühmte Piratenkapitän Störtebeker nach seiner Enthauptung noch 10m ohne Kopf gelaufen.
So blutrünstig und gefährlich geht es bei diesem Spiel nicht zu.
Das Material besteht im Wesentlichen aus harmlosen Karten, Würfeln, Holzschiffchen und einem gut aufgemachtem Spielplan; nicht einmal ein explodierendes Pulverfass oder ein tödlicher Piraten-Säbel sind dabei.
Es fliest auch kein Blut, sondern ähnlich wie beim Klassiker Risiko werden Würfelduelle ausgetragen, wodurch der Glücksfaktor einen relativ hohen Anteil hat.
Bevor man mit dem Piratenleben und dem Zusammenraffen seiner Schätze beginnen kann, muss jedoch unbedingt die doch etwas längere Spielregel seriös und gewissenhaft durchgearbeitet werden (Uff).
Ein großer Tisch ist notwendig, da nicht nur der Spielplan in Form einer Seekarte mit sechs Inseln , sondern auch eine Schiffsablage für jeden Spieler Platz finden muss.
Diese dient dazu, die Stärke des Schiffes in vier Bereichen mit Setzringen zu markieren. Der Rumpfbereich (1) gibt die Schatzkistenladekapazität eines Schiffes an.
Der Segelbereich (4) bestimmt die Schnelligkeit.
In den Kämpfen schießt immer das schnellere Schiff zuerst.
Zudem gibt es einen Kanonen- (2) und einen Mannschaftsbereich (3), die gemeinsam dafür verantwortlich sind, wie viele Würfel dem Kapitän in einem Kampf zur Verfügung stehen.
Jeder der vier Bereiche kann mit Bezahlung von Gold verbessert werden.
Dies geschieht jedoch nicht wahllos und zu jeder Zeit, sondern es kann immer nur ein Bereich aufgerüstet werden und auch nur dann, wenn man sich an der dazu passenden Insel befindet.
Der glorreiche Sieger nach zwölf Runden ist derjenige, der am meisten Ruhmes-punkte ergattert hat.
| Piratenbucht | |
|---|---|
| Verlag | Amigo |
| Autor | Paul Randels Daniel Stahl |
| Spieler | 3 bis 5 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Hartmut Wiederrecht | ![]() |
| Franz Haegel | ![]() |
Nach der zwölften Runde spielen noch alle ihre Ruhmeskarten aus. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Ruhmespunkten; Schätze und Gold zählen nicht mehr. Dem erfahrenen Taktiker ist schnell klar: In der Runde 12 lauert Blackbeard an der Schatzinsel. Also muss man spätestens in Runde 11 alles abliefern. Bis dahin zieht man so rum und sammelt ein, was geht. Wenn da nicht die Kämpfe wären. Und wohin segelt der Nachbar in der nächsten Runde? Was braucht er? Was will er? Was denkt und taktiert er? Aber da müsste man je selber hin. Kann man im Kampf gewinnen? Fragen über Fragen... Piratenbucht ist ein tolles Spiel für alle, die zwar ein bisschen taktisch überlegen wollen, die aber kein Problem haben, wenn alle Taktik hinter einer guten Portion Glück auf der Strecke bleibt. Man kann tüfteln und abwägen oder einfach blind drauflos segeln - beides funktioniert ganz gut (oder eben nicht). Optimale Spielerzahl ist vier. Bei drei Spielern gibt es zwar einen zweiten Blackbeard, aber dem und den Kämpfen untereinander kann man relativ leicht aus dem Wege gehen, was dann zu einem recht harmonischen Spielverlauf führt. Bei fünf Spielern tritt man sich schon häufiger auf die Füße. Wenn man aber - insbesondere am Anfang - das Pech hat, mehrmals hintereinander in aussichtslose Kämpfe verwickelt zu werden, hat man ernsthafte Probleme, im Laufe des Spieles wieder auf die Beine zu kommen. Ausstattung, Optik und Qualität sind jedenfalls sehr gut und Spannung meistens garantiert.
HARTMUT WIEDERRECHT