Nautilus

nautilus.jpg 15 KB Wie alle Jahre wieder trage ich mich unter anderem für Nautilus in die Rezensionsliste unseres Vereins ein. Soweit - so gut! Vorsichtig frage ich, ob das schon einer meiner Vereinskollegen kennt, doch immer wieder höre ich ein nein. Also dann wollen wir mal ganz von vorne beginnen und sind optimistisch.... Nautilus ist von Kosmos, für 2-4 Spieler ab 12 Jahren und als Spieldauer wird 100 Minuten angegeben. Die Autoren Brigitte und Wolfgang Ditt sind offenbar Neulinge und outen sich als Siedlerfan. Die Story von Nautilus auf dem ansprechenden Karton handelt von einer unterseeischen Forschungsstation und den Schätzen, die durch U-Boote gehoben werden sollen. Jetzt ist meine Neugier geweckt, Deckel auf! Selbst Hartgesottene (und als solchen würde ich mich bezeichnen) werden schockiert sein, denn außer dem eigentlichen Spielplan gibt es tatsächlich 284 Einzelteile, darunter Forscher, Boote, Stationen, Funde.... Na, jedenfalls weiß ich jetzt, warum sich noch keiner als Seeforscher betätigt hat! Die Aufbauzeit würde ich für geübte Neulinge bei 20- 30 Minuten ansetzen. Die Spielanleitung wirkt auf mich unübersichtlich und wiederholt einige Fakten mehrmals, während m.E. einige Fragen bis zum Ende offen bleiben.

Nautilus
Verlag Kosmos
Autor Brigitte &
Wolfgang Ditt
Spieler 2 bis 4
Alter ab 12 Jahren
Wertung
Wilfried Nelles vier.gif 1 KB
Im folgenden der Versuch einer kurzen Spielzusammenfassung: Ziel des Spiels ist es möglichst viele Punkte in der Endabrechung zu bekommen. Die Punkte können durch Forschungsstationen , durch geborgene Fundstücke oder durch Funde aus Atlantis erreicht werden. Der Clou hierbei: Die Punkte der Stationen werden mit den anderen multipliziert! Viele Spielzüge bedingen eine andere, so kann zum Beispiel nur der Spieler ein Boot starten, der 2 Forscher in einer Station hat oder derjenige Funde scannen, der Versuchsstationen hat. Prinzipiell gibt es fünf verschiedene Stationen mit unterschiedlichem Nutzen in Spiel. Auch die vier Tauchtiefen spielen eine wichtige Rolle. Die genauen Regeln würden hier definitiv den Rahmen sprengen. Hat man jedenfalls den Spielablauf mit Runden und Phasen verstanden dann geht's in der Regel zügig voran. Das Spiel endet dann entweder dadurch, dass bestimmte Funde geborgen wurden (was erst nach ca. 80 - 120 Minuten geschehen kann!) oder das alle Spieler beim Stationskauf passen. (Warum soll das nicht schon sehr frühzeitig geschehen???)

Tatsächlich finde ich die Story und die Grundidee des Spiels sehr gut, der Glückseffekt ist relativ niedrig und die Möglichkeiten, Einfluss auf den weiteren Spielverlauf zu nehmen, sind theoretisch recht hoch. Leider ist das Spiel durch zu viele Details völlig überfrachtet. Etwas weniger Komplexität wäre dringend von Nöten gewesen. Einige Regeln wirken nicht ausgegoren oder unfair, so bringt eine Mehrheit bei den Technikstationen m.E. wesentlich mehr als bei den Echostationen. Die Atlantisfunde und die Spezialaufträge finde ich ebenso fragwürdig wie die Regelungen wegen der Tauchtiefe. (Warum sollen alle 5 Stationen in Betrieb sein, damit die Schlucht erst betaucht werden kann? - In allen Testspielen kam diese Situation nicht vor!) Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass andere Regeln oder eigenmächtige Änderungen Nautilus zu einem guten , ja sehr guten Spiel machen würden.... würden! Wegen der guten Ansätze (Die Idee mit dem Multiplikator ist super!) und einigen guten Ideen noch grade 4 Würfelpunkte.

WILFRIED NELLES


Ausgepackt!
Mister X e.V.