Müll + Money

muell.jpg 15 KB In Müll + Money versetzen sich die Spieler in die Rolle eines Unternehmers, der durch geschicktes Handeln Rohstoffe billig einkaufen und Fertigware teuer verkaufen muss. Soweit nichts neues, aber beim Produzieren der Fertigwaren fällt auch Müll an, der erst einmal entsorgt werden will.

Zu Beginn des Spieles haben alle Spieler den gleichen Ausgangsposition. Etwas Geld in der Kasse, ein paar Rohstoffe im Lager und eine Fabrik, die im Laufe des Spieles verbessert werden kann. Zuerst werden die Aktionskarten für die erste Runde offen in dreier Stapeln auf den Tisch gelegt. Der Startspieler wählt zuerst seine Aktionskarten aus, der letzte Spieler hat nur noch die Wahl zwischen zwei Stapeln. Beginnend mit dem Startspieler werden die Aktionskarten ausgespielt. Die Reihenfolge ist beliebig, und wenn man möchte, kann man eine Karte für die nächste Runde zurückhalten. Die Aktionen die man durchführen kann sind umfangreich, so kann man z.B. Rohstoffe kaufen, einen Auftrag ausführen (Fertigwaren produzieren und verkaufen), seine Fabrik vergrößern oder modernisieren, Personal einstellen und entlassen, Müll entsorgen oder einem Mitspieler unterjubeln oder auch seinen Kredit zurückzahlen.

Müll + Money
Verlag Hans im Glück
Autor Dr.Jürgen Strohm
Spieler 2 bis 4
Alter ab 12 Jahren
Wertung
Michael Hansmeyer vier.gif 1 KB
Jens Bruhse fuenf.gif 1 KB
Hanni Fell fuenf.gif 1 KB
Spielt ein Mitspieler die Karte Rohstoffe aus, so erfällt er nicht automatisch die Rohstoffe, sondern leitet zuerst die Rohstoffauktion. Erst wenn er das höchste Gebot abgibt, so erhält der die Rohstoffe. Aber er hat auch einen Vorteil wenn ein anderer Spieler die Rohstoffe ersteigert, denn dann erhält er das Geld hierfür. Wenn ein Spieler eine Auftragskarte ausspielt, genügend Rohstoffe besitzt und das benötigte Personal beschäftigt, erhält er Geld, welches er z.B. zur Modernisierung seiner Fabrik einsetzen kann. Seine Fabrik kann der Spieler in drei Kategorien aufwerten. Bei der Kategorie Personal sinken die nach jeder Runde fälligen Betriebskosten (Personalkosten), bei der Kategorie Rohstoffe sinken die zur Erfüllung eines Auftrages benötigten Rohstoffe und bei der Kategorie Müllreduzierung fällt bei der Erfüllung eines Auftrages weniger Müll an. Wobei wir bei dem Thema des Spieles wären: Müll!

Jeder Spieler besitzt eine Müllhalde, auf die der Spieler seinen Müll kippen kann. Je mehr Aufträge der Spieler erfüllt, desto mehr Müll sammelt der Spieler an. Wie im richtigen Leben wird es für die Spieler erst kritisch, wenn ein Störfall eintritt. Dann nämlich wird geschaut, welche Spieler zuviel Müll besitzen. Hat ein Spieler zuviel Müll aufgehäuft - und kann keine Aktionskarte Bestechung ausspielen - so muss er Strafe bezahlen und seine Fabrik auf der Wertungsleiste zurücksetzen. Damit es nicht soweit kommt, können die Spieler in den Runden auch Aktionskarten ausspielen, die Ihren Müllberg reduzieren.

Das hört sich bis jetzt noch nicht schwierig an. Aber bedenkt man, dass jedem nur 3 Aktionskarten pro Runde zur Verfügung stehen, so muss man schnell Abstriche machen und das kleinere Übel wählen. Welche Strategie zum Sieg führt, das muss jeder Spieler für sich selbst entscheiden. Erst die Schlusswertung, bei der die Innovationen in der Fabrik, der Stand auf der Wertungsleiste, die Kredite und das Bargeld (zählt nur zu 50%) gegeneinander aufgerechnet werden, zeigt wer der eigentliche Sieger ist.

Der Spielplan von Müll + Money ist übersichtlich gestaltet und das Spielkonzept ist einfach zu verstehen. Zu Beginn des Spieles hätte ich mir eine Übersicht der Aktionskarten gewünscht, so dass ich nicht immer in der Anleitung nachblättern musste. Aber nach ein paar Runden hat man sich die Karten gemerkt. Leider fehlt dem Spiel der letzte Schliff, so bauen sich die Müllberge der Spieler mitunter sehr langsam auf und lassen sich in der Regel recht schnell wieder reduzieren. Die eigentliche Thematik des Spieles wird dadurch leicht untergraben. Schöner wäre es, wenn die Spieler mehr daran zu knabbern hätten. Dabei gilt, je mehr Mitspieler, desto interessanter gestaltet sich das Spiel. Anders als auf der Verpackung angegeben, würde ich Müll + Money nur mit 3 oder 4 Spielern spielen. Die bei dem Spiel enthaltene experimentelle Simulationsvariante habe ich nicht gespielt, da Ihre Funktion von Verlag nicht garantiert wird.

Durch die gut ineinander greifenden Mechanismen ist Müll + Money ein handwerklich gut gemachtes Spiel, das zu einer Runde einlädt. Allerdings fehlt dem Spiel das gewisse Etwas, so dass ich dem Spiel lediglich 4 Punkte gebe.

MICHAEL HANSMEYER


Ausgepackt!
Mister X e.V.