Könnt Ihr Euch vorstellen, dass Ihr um ein Spielbrett sitzt, wie auf Kommando und wild durcheinander nach kleinen, überraschungseiergroßen grünen Rappelfässer greift und sie Euch schüttelnder Weise an die Ohren haltet?
Wenn nicht, dann geht es Euch vermutlich wie mir - bis ich Zapp Zerapp die ersten paar Züge gespielt habe.
Danach lässt einen dieses Rüttel- und Schüttelspiel nicht mehr los.
Aber der Reihe nach, denn schließlich gehört zu einem ordentlichen Spiel auch eine kleine Geschichte.
Die höchste Auszeichnung für einen Magier ist der Ehrentitel des Zapp Zerapp. Dieser wird nur alle 13 Jahre vergeben, da dann der Bannfluch um den Berg der Stille für kurze Zeit gelockert werden kann. Während die Magier sich an den grünen Rappelfässer versuchen, müssen ihre Zauberlehrlinge so schnell wie möglich um den Berg laufen, um die Zaubergilde in ihrer Stadt zu erreichen. Doch wer kein gutes Gehör hat oder zu langsam ist, der kann vom Fluch eingeholt werden und erstarrt für die nächsten 13 Jahre zu Stein.
| Zapp Zerapp | |
|---|---|
| Verlag | Zoch |
| Autor | Heinz Meister Klaus Zoch |
| Spieler | 2 bis 4 |
| Alter | ab 7 Jahre |
| Wertung | |
| Andreas Haass | ![]() |
| Dirk Horster | ![]() |
Denn zu Beginn wird mit zwei Würfeln die magische Zahl ermittelt. Nun gilt es aus den 13 Fässern, die alle mit kleinen Steinchen gefüllt sind (von einem bis zu 13 Stück) das zu finden, das identisch mit der magischen Zahl oder kleiner als diese ist. Denn bei diesem Spiel gilt: Nur nicht überbieten. Wer höher liegt, darf seinen Zauberlehrling nicht bewegen, alle Anderen ziehen entsprechend dem Inhalt ihres Fasses vor. Wird ein gegnerischer Zauberlehrling erreicht oder überrundet, wird er auf sein Startfeld verbannt. Einzige Rettung sind farbige Schutzzonen und (in der Profiversion) die Mitnahmefelder.
Das klingt alles sehr einfach, ist aber, gerade durch die gerade genannten Schutzfelder, ganz schön tückisch. Schnell hat man fast die ganze Runde geschafft und dann täuscht einen das eigene Gehör. Denn der Unterschied zwischen 10, 11, 12 oder 13 Steinen ist nun wirklich fast nicht zu hören. Da gehört ein wenig Glück und Mut dazu. Das faszinierende an Zapp Zerapp ist, dass man mit diesem Spiel Alt und Jung gleichermaßen an den Tisch holen kann. Die Regeln sind in zwei Minuten erklärt und jeder versteht sie. Und selbst der ruhigste Mitmensch rappelt nach einer Minute wie wild mit.
Das Spiel wurde jetzt erstmals auf der Spiel 2000 in Essen vorgestellt und zählt wohl zu den attraktivsten Neuheiten des Jahres. Es würde mich nicht wundern, wenn es nächstes Jahr ganz weit vorne bei der Wahl zum Spiel des Jahres liegt.
ANDREAS HAASS