Er war wohl der deutsche Pirat schlechthin: Klaus Störtebeker.
Geboren irgendwann im 14. Jahrhundert trieb er in der Nordsee mit den Vitalienbrüdern sein Unwesen.
Die Handelsschifffahrt zwischen England, Flandern und Deutschland konnte erst wieder aufatmen, als er bei Helgoland gefangen und am 21. Oktober 1401 in Hamburg geköpft wurde.
In Liedern und Sagen wurde er seitdem als Volksheld gefeiert.
Und genauso sollen wir uns auch fühlen.
Bei dem Spiel Störtebeker müssen Handelsschiffe geentert werden, um möglichst viele Siegpunkte zu erlangen.
Der Spieltisch bildet das Meer, in dem immer vier Handelsschiffe kreuzen (bei zwei Spielern sind es nur drei Stück), das Ziel unserer Attacken. Diese Schiffe haben unterschiedliche Punktwerte, es sind also entweder kleine Bötchen oder ganz große, stolze Apparate. Geentert werden können diese Schiffe aber nur, wenn ich die richtigen Karten besitze und den Mitspielern zuvor komme. Denn jeder Spieler darf jederzeit jedes Schiff angreifen. Um überhaupt aktiv sein zu können, benötige ich Aktionskarten. Davon gibt es insgesamt 66 Stück, zehn Piraten- und 56 Proviantkarten (mit so leckeren Dingen wie Bohnen, Zwieback, Fleisch, Rum, Bananen oder Wasser).
| Störtebeker | |
|---|---|
| Verlag | Hans im Glück |
| Autor | Thorsten Löpmann Andreas Wetter |
| Spieler | 2 bis 4 |
| Alter | ab 10 Jahre |
| Wertung | |
| Andreas Haass | ![]() |
| Dirk Horster | ![]() |
Erreichen oder übertreffen dabei die gewürfelte Zahl und die möglicherweise vorhandenen Piratenkarten die geforderte Enterzahl, so gehört einem das Schiff. Na ja, fast zumindest, denn jeder Spieler, der an dem betreffenden Schiff ebenfalls Proviant abgelegt hat, darf nun zum Gegenschlag ausholen. Schafft er es, mit seinem Wurf und den bereits angelegten Piratenkarten eine höhere Zahl zu erzielen, gehören ihm das Schiff und damit die Punkte für die Endwertung. Und da gilt: Wer die höchste Punktzahl erreicht, gewinnt. Es kann also sein, dass ein Mitspieler eine ganze Reihe kleiner Schiffe entert und dann am Ende von einem überholt wird, der nur zwei oder drei große Schiffe sein Eigen nennt. Die gezogenen Aktionskarten bestimmen dabei maßgeblich die Taktik.
Damit das richtige Seemanns-Feeling aufkommt, kann ich in meinem Zug auch eine Breitseite abfeuern. Ich muss dafür eine Proviantkarte opfern und nehme dann die beiden Farbwürfel. Die Farben symbolisieren die verschiedenen Proviantsorten. Erwürfele ich eine oder sogar beide Proviantsorten, die ein Mitspieler an einem Schiff liegen hat, so muss er diese sofort abgeben. Das ist aber dann auch schon die einzige Spannung, die bei Störtebeker aufkommt. Ansonsten werden einfach nur Karten abgelegt, ein paar Breitseiten verschossen, ein bisschen (viel) gewürfelt und das nächste Schiff ausgelegt; Kommunikation zwischen den Spielern findet so gut wie nicht statt. Wer sehr einfach Spiele mag, der wird hier auf seine Kosten kommen, alle Anderen sollten sich den Kauf sehr gut überlegen.
ANDREAS HAASS