Medina erzählt die Geschichte vom Wiederaufbau einer nordafrikanischen Altstadt.
Die Spieler bauen Paläste, nehmen sie durch das Setzen von Dächern in ihren Besitz, fügen den Palästen Ziegenställe und Mauern hinzu und besiedeln die Altstadt mit Spielfiguren.
Jeder Spieler darf in einem Zug jeweils zwei dieser Elemente setzen. Die Gebäude für die Paläste gibt es in vier Farben. Es dürfen nur Gebäude einer Farbe für einen Palast verwendet werden. Solange ein Palast noch nicht von einem Spieler in Besitz genommen wurde, dürfen Gebäude einer Farbe nur an den entsprechenden Palast angebaut werden, es sei denn, dass dies wegen des vorgeschriebenen Abstandes zwischen den Palästen nicht mehr möglich ist. Nach dem Setzen eines Daches darf kein Gebäude mehr an einen Palast angebaut werden. Sehr wohl dürfen aber Ziegenställe oder Mauerteile neu an den Palast gesetzt werden. Sie erhöhen seinen Wert. Auch das Setzen von Spielfiguren an den Palast erhöht dessen Wert. Dabei müssen die Spielfiguren immer an bereits vorhandene angrenzen. Sie bilden eine Marktstraße. Nur wenn dies nicht mehr möglich ist, wird eine zweite Marktstraße gebildet.
| Medina | |
|---|---|
| Verlag | Hans im Glück |
| Autor | Stefan Dorra |
| Spieler | 3 bis 4 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Franz Haegel | ![]() |
| Reiner Stockhausen | ![]() |
Besitzt bereits jeder Spieler einen Palast der gleichen Farbe, so kommen alle weiteren Gebäude dieser Farbe aus dem Spiel. Besitzt nur noch ein Spieler Dächer, so muss er in jedem seiner Züge mindestens eines setzen. Das Spiel endet, wenn alles Spielmaterial, das noch im Spiel ist, verbaut worden ist. Bei der Abrechnung erhalten die Spieler für jedes Gebäude und jeden Ziegenstall, die zu ihren Palästen gehören, jeweils einen Punkt. Weitere Punkte erhält man für jedes Mauerstück und für jede Spielfigur, die senkrecht oder waagrecht an einen eigenen Palast grenzen, sowie für die Tafeln.
Alles in allem ist Medina ein sehr gelungenes Spiel, das immer wieder neu Vergnügen bereitet. Die Regeln sind nicht sonderlich kompliziert, was sich auch in der relativ kurzen und verständlichen Anleitung ausdrückt. Das Spiel ist dennoch wegen der vielfältigen Möglichkeiten komplex und variantenreich. Jeder ist seines Glückes Schmied, wenn die anderen ihn lassen. Durch die Abstandsregel und die Führung der Marktstraße können die Mitspieler in ihrem Drang nach Punkten behindert und somit geärgert werden. Der Spielausgang ist in der Regel lange offen.
FRANZ HAEGEL