Capitol

capitol.jpg 18 KB Bei Capitol schlüpfen die Spieler in die Rolle von Adelsfamilien im Alten Rom. Sie bauen in 9 Präfekturen an der Stadt. Das Spiel läuft in vier Runden ab, nach denen jeweils eine Wertung erfolgt. Wer am Ende die meisten Punkte hat gewinnt.

Das Spielmaterial enthält neutrale Bausteine und farbige Dächer, drei verschiedene Sätze von Karten und Sonderplättchen. Jeder Spieler erhält zu Beginn vier verschiedene fertige Gebäude, jeweils zwei mit einer Höhe von einem und zwei Bausteinen. Die Häuser tragen runde oder eckige Dächer in einer Farbe. Den Spielern stehen weitere sechs Dächer ihrer Farbe zur Verfügung. Außerdem erhält jeder Spieler verdeckt zwei Dachkarten, zwei Bausteinkarten und vier Baugenehmigungen. Die restlichen Karten werden getrennt nach den drei Sätzen offen als Stapel neben den Spielplan gelegt. Jede Runde hat eine Bau-, eine Auktions-, eine Wertungs- und eine Karten-Ziehphase.

Capitol
Verlag Schmidt
Autor Alan Moon
Aaron Weissblum
Spieler 2 bis 4
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Franz Haegel fuenf.gif 1 KB
Aggi Vosen vier.gif 1 KB
Beginnend mit dem Startspieler haben alle Spieler im Uhrzeigersinn in der Bauphase folgende Möglichkeiten. Sie legen eine Bausteinkarte ab, nehmen zwei Steine aus dem Vorrat und beginnen entweder ein neues Gebäude oder erhöhen ein bereits vorhandenes, das noch kein Dach trägt. Die Steine dürfen nicht mehr umgruppiert werden. Alternativ legen die Spieler eine Dachkarte und setzen ein Dach auf ein Gebäude. Das Gebäude ist vollendet und darf dann nicht mehr verändert werden. Als dritte Möglichkeit spielt ein Spieler eine Baugenehmigung aus und setzt ein vollendetes Gebäude auf einem freien Platz des Spielplans ab. Dabei müssen einige Regeln beachtet werden. Es darf nur in eine Präfektur der Farbe der Baugenehmigung gebaut werden. Das erste Gebäude einer Präfektur darf nur einen Stein hoch sein. Jedes weitere Gebäude muss mindestens so hoch sein, wie das höchste oder einen Stein höher. In einer Präfektur dürfen nur Gebäude mit gleicher Dachform gebaut werden. Die drei Präfekturen einer Farbe dürfen nicht alle mit Gebäuden der gleichen Dachform bebaut werden. Schließlich kann ein Spieler auch passen und für sich die Runde beenden. Er darf aber auch eine Karte spielen und die Aktion nicht ausführen, um im Spiel zu bleiben. Haben in einer Runde alle Spieler gepasst, so ist die Bauphase zu Ende. Es beginnt die Auktionsphase, in der die Spieler eine fest vorgegebene Zahl von Zusatzplättchen ersteigern können. In den ersten beiden Runden sind dies jeweils zwei Brunnen und ein Amphitheater, die nacheinander versteigert und vom Meistbietenden auf den Spielplan gelegt werden. Die Brunnen geben zusätzliche Punkte, die Amphitheater zusätzliche Karten für die Spieler mit den meisten Steinen in der betreffenden Präfektur. In den beiden letzten Runden werden statt der Amphitheater Tempel versteigert, die den Wert einer Präfektur verdoppeln. Gesteigert wird mit den Punktwerten, die auf allen Karten aufgedruckt sind. Die Art der Karten spielt keine Rolle. An die Auktionsphase schließt sich die Wertung an. Für die Mehrheit an verbauten Steinen in einer Präfektur erhält ein Spieler 2 Punkte, für jeden Brunnen zusätzlich 1 Punkt. Der zweite bekommt nur für jeden Brunnen einen Punkt. Die erzielten Ergebnisse werden auf einer Wertungsleiste festgehalten. Anschließend dürfen alle Spieler beginnend mit dem Startspieler von den offenen Stapeln sechs neue Karten in beliebiger Zusammenstellung ziehen. Wer in einer Präfektur mit Amphitheater die Mehrheit besitzt, kann zusätzlich zwei, der zweite zusätzlich eine Karte ziehen. Dann beginnt die nächste Runde und der linke Nachbar des Startspielers übernimmt dessen Rolle. Nach der vierten Wertungsphase ist das Spiel beendet.

Capitol ist ein sehr schönes, variantenreiches Spiel, bei dem man auf verschiedene Art und Weise zu hohen Punktzahlen kommen kann. Der Spielverlauf ist deshalb in der Regel überraschend. Das Spiel ist trotz der relativ einfachen Regeln komplex. Es verlangt taktisches Geschick und ein gutes Haushalten mit den Karten. Etwas lästig ist die Wertungsleiste, die aus einem Fundament und vier verschiebbaren Säulen besteht. Die Wertung artet deshalb immer in etwas Fummelei aus. Alles in allem verdient das Spiel aber locker fünf Punkte.

FRANZ HAEGEL


Ausgepackt!
Mister X e.V.