Bali - Schattenspiele der Macht, so nennt sich eine vielversprechend aussehende Spieleneuheit.
Ein bekannter Autor, Uwe Rosenberg (unter anderem Bohnanza), bei einem renommierten Verlag, Kosmos (unter anderem Die Siedler von Catan), das klingt doch eigentlich vielversprechend.
Aber leider ist Bali ein gutes Beispiel dafür, das weniger eben doch mehr sein kann.
Dabei klingt die Spielidee zunächst ziemlich reizvoll.
Sie ist angesiedelt im Malaiischen Archipel (dem heutigen Indonesien) des 16. Jahrhunderts.
Der Dalang, der oberste Puppenspieler, reist von Insel zu Insel und verteilt die Machtsymbole Dämonenmaske und Herrschafts-Siegel.
Wer die hochwertigsten Symbole sein eigen nennen kann, wird neuer König.
| Bali | |
|---|---|
| Verlag | Kosmos |
| Autor | Uwe Rosenberg |
| Spieler | 3 oder 4 |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Wertung | |
| Andreas Haaß | ![]() |
| Bernd Severit | ![]() |
Von der Möglichkeit eines Ortswechsel mit oder ohne Wertung und damit mit oder ohne Spielerwechsel habe ich ja noch gar nicht gesprochen. Nein, in diesem Spiel sind einfach zu viele Dinge zu beachten. Immer wieder muss in der Anleitung nachgelesen werden, aber selbst die ist trotz vieler Beispiele nicht immer schlüssig. Ein Spielfluss kann sich gar nicht entwickeln, und Spielspaß entsteht eigentlich nur beim Auspacken (Oh, das sieht aber schön aus) und beim Einpacken (Endlich ist diese Qual vorbei). Vielleicht ist ja der Name des reisenden Puppenspielers Da-lang (wo auch sonst?) Ausdruck der (Bier-)Laune, in der Bali vermutlich entstanden ist. Anders ist so ein Spiel sonst eigentlich nicht zu erklären.
ANDREAS HAAß