Der weiße Lotus

dwlotus.jpg 12 KB China im 14 Jahrhundert ist der Schauplatz in dem Spiel Der weiße Lotus von Martin Wallace. Die Spieler agieren als chinesische Provinzfürsten, die versuchen, möglichst viele Gebiete des Landes in Ihren Einflußbereich zu bekommen. Zu Beginn einer Spielrunde meldet jeder Spieler seine Ansprüche auf Festungen, Tempel, Dörfer, Paläste oder Reisfelder an. Das in der Regel mehrere Spieler an einem Gebiet interessiert sind, kann man sich natürlich an einer Hand abzählen. Der Kaiser, der am Anfang des Spiels von dem ältesten Spieler übernommen wird, bestimmt, in welcher Reihenfolge um diese Gebiete gekämpft wird. Dabei denkt er selbstverständlich nur an seinen eigenen Vorteil und läßt seine Mitstreiter zunächst auf weniger interessanten Gebieten ausbluten, bevor er selbst gegen diese ins Feld zieht. Kommt es bei den Streitigkeiten zu einem Gleichstand, entscheidet der Kaiser, welcher der beteiligten Spieler geschlagen das Feld räumen muß. Ist der Kaiser mit von der Partie, darf er natürlich zu seinen Gunsten entscheiden.

Der weiße Lotus
Verlag TM
Autor Martin Wallace
Spieler 3 bis 6
Alter ab 12 Jahren
Wertung
Mathias Dietz fuenf.gif 1 KB
Bernd Severit fuenf.gif 1 KB
Sind alle Gebietsansprüche geklärt, haben die anderen Spieler nun die Möglichkeit, den unliebsamen Kaiser für sein vorheriges Handeln durch eine Rebellion zurück in die Provinz zu schicken oder ihm eines seiner wertvollen Gebiete zu entreißen. Zur Abdankung des Kaisers kommt es allerdings nur dann, wenn ein anderer Spieler mehr Paläste als dieser besitzt. Ist nun ein Rebellenführer, genauer der weiße Lotus, gefunden, müssen sich die übrigen Spieler entscheiden, auf welcher Seite sie kämpfen wollen. Setzt man hier auf das falsche Pferd und verliert, droht dem Verbündeten ebenfalls der Verlust von einem seiner wertvollen Gebiete. Dies ist gerade im späteren Stadium des Spiels unter Umständen sehr bitter. Am Ende des Spiels gewinnt der Fürst, der die wertvollsten Gebiete während der Gefechte erorbern konnte.

Soviel zum Ablauf des Spiels. Der weiße Lotus ist, wie auf der Verpackung beschrieben, in der Tat ein sehr lebhaftes Strategiespiel. Das Salz in der Suppe ist auf jeden Fall die Rebellion. Sie bringt Schwung in das Spiel und kann vor allem in der letzten Spielrunde manch Fürsten den sicher geglaubten Sieg noch verbauen. Allerdings macht die Rebellion nur bei mehreren Spielern so richtig Spaß. Mindestens vier Spieler sollten es daher auf jeden Fall sein, um der Rebellion noch einen gewissen Reiz zu verleihen. Unter diesem Phänomen leiden aber sehr viele Spiele und mindert daher nicht den guten Gesamteindruck des Spiels. Wer Spiele liebt, bei denen man den Mitspielern auch einmal ordentlich eins Auswischen kann, ist hier wirklich gut bedient. Auch die Aufmachung des Spiels ist ansprechend, zumal der Spielplan nicht überdimensioniert ist und auf jeden Wohnzimmertisch paßt. Mir gefällt das Spiel und dafür gibt´s fünf Punkte.

MATHIAS DIETZ


Ausgepackt!
Mister X e.V.