Kontor

kontor.jpg 9 KB Kontor ist ein Spiel für zwei Personen, das aber auch zu viert in Zweier-Teams gespielt werden kann. Die Spieler repräsentieren zwei Händler im Amsterdam des 17. Jahrhunderts, die um die Vormachtstellung im neu auszubauenden Hafen ringen. Sie müssen hierzu Ihre Handelswaren so geschickt einsetzen, dass sie in einem entstehenden Hafengebiet den größten Warenvorteil erreichen. Das Spiel besteht aus Hafen- und Wasserkarten, Lagerhäusern und -verwaltern sowie einem Schiff und Geldmünzen. Mit einem Teil der Wasserkarten wird ein variables Anfangsszenario gelegt. Dann erhalten beide Spieler die Hafenkarten ihrer Farbe und je vier Münzen. Nun nimmt jeder verdeckt zwei Wasser- und drei Hafenkarten auf die Hand, und los geht's.

Kontor
Verlag Goldsieber
Autor Michael Schacht
Spieler 2 oder 4
Alter ab 12 Jahren
Wertung
Norbert Fell vier.gif 1 KB
Udo Vosen drei.gif 1 KB

Der Spielverlauf gliedert sich in Aktionsrunden. Zunächst spielen beide Spieler gleichzeitig verdeckt eine Ihrer fünf Karten aus der Hand auf. Anhand einer aufgedruckten Wertigkeit der Karten wird der Startspieler ermittelt, der nun als erster seine Karten an das Anfangsszenario anlegen kann. Danach plaziert er gegebenenfalls seine Lagerhäuser und zieht eine Karte nach. Soweit recht simpel, wären da nicht Steuern zu zahlen, müsste da nicht das Schiff bewegt werden, wären nicht Zollhäuser, Brücken und Kräne zu bauen und wäre nicht auf Hochwasser und Kneipengeschäfte zu achten. Gewertet wird jedesmal, wenn ein Gebiet abgeschlossen wird, d.h. wenn es vollständig von Wasser bzw. dem Spielfeldrand umgeben ist. Einen Siegpunkt bekommt derjenige, der in so einem abgeschlossenen Gebiet mehr Waren einer Sorte gelagert hat als der Gegner. Ist ein Gebiet abgerechnet, setzt der Spieler, der die Vormachtstellung errungen hat zur Kennzeichnung einen seiner Lagerverwalter dort hinein. Das Gebiet ist somit für den Rest des Spiels unantastbar. Man spielt auf einer vorher festgelegten Hafengröße z.B. sechsmal sechs Karten.

Das Grundspiel ist recht einfach gehalten und dient lediglich zum Einstieg in den Spielmechanismus. Interessant wird es erst, wenn man die verschiedenen Szenarien nach der Profiregel durchspielt. Dabei ist hervorzuheben, dass man sich nicht auf die angegebenen Varianen beschränken muss, sondern durchaus auch eigene Varianten und Kombinationen einbringen kann. Auch die Spieldauer kann dadurch variabel gestaltet werden. Man muss sich zu Beginn lediglich auf eine bestimmte Spielfeldgröße einigen. Je Szenario und Spielfeldgröße variiert die Spieldauer zwischen 30 und 60 Minuten. Kontor zu bewerten, ist recht schwierig. Je nach Variante steht die Glücks oder Strategiekomponente im Vordergrund. Daher schwankt es je nach Szenario und Spieler zwischen Mittelmaß und anspruchsvoll. Aus meiner Sicht hätte man mit nur unwesentlich mehr Aufwand ein ideales Zwei- bis Drei-PersonenSpiel daraus entwickeln können. Aber in Anbetracht dessen, dass diese sehr rar gesät sind und die Branche auf einer Erweiterungswelle reitet, besteht dahingehend wohl noch Hoffnung.

NORBERT FELL


Ausgepackt!
Mister X e.V.