1997 erscheint im eigenen Bambus Spieleverlag Günter Cornett's Arabana-Ikibiti.
Das Spiel heimst viel Lob ein, z.B. von Matthias Herdel in der Pöppel Revue 5/97: All dies führt zu einem ausgesprochen runden Ganzen, daß bei minimalem Regelaufwand ein maximales Ergebnis an Spaß und Spannung bietet.
Allerdings hatte Arabana-Ikibiti auch seine Schattenseiten.
Zum einen war dies seine amateurhafte Ausstattung (Spielplan paßte nicht in die Schachtel, die Spielkarten mußten von Hand ausgeschnitten werden, ...), zum anderen die äußerst geringe Auflage.
Aber schon in Essen '97 wurde gemunkelt, daß Arabana-Ikibiti bald in professioneller Qualität im Heidelberger Spieleverlag erscheinen würde.
Daraus wurde aber nichts.
Doch was erblickten meine Augen 1998 in Essen am Stand von Kosmos?
Ein Spiel namens Kahuna mit einem stimmungsvollen Spielplan, der dem von Arabana-Ikibiti wie aus dem Archipel geschnitten war.
Da kann ich mich nur dem vorhin schon zitierten Matthias Hardel anschließen, der damals in Erwartung einer professionellen Version schrieb: Her damit, ich kann es kaum erwarten.
| Kahuna | |
|---|---|
| Verlag | Kosmos |
| Autor | Günter Cornett |
| Spieler | 2 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Dirk Horster | ![]() |
Doch worum geht es eigentlich? Ganz einfach. Auf dem Spielplan befinden sich zwölf Inseln, die durch Linien miteinander verbunden sind. Dazu gibt es 24 Spielkarten, wobei diese jeweils eine der zwölf Inseln zeigen. Spielt man z.B. die Karte der Insel DUDA aus, darf man eine freie Verbindungslinie zwischen DUDA und einer anderen Insel mit einem eigenen Kahunastab markieren. Erreicht man dabei die Mehrheit an den Verbindungslinien einer Insel, markiert man diese mit einem Kahunastein. Wer am Ende eines Durchganges (= Durchspielen des Kartenstapels) die meisten Kahunasteine plaziert hat, gewinnt die Wertung. Nach drei Wertungen ist Schluß und die Wertungspunkte werden addiert. Das alles hört sich ja noch nicht so toll an, wenn da nicht die Feinheiten wären. 1. Man darf in seinem Zug beliebig viele Karten ausspielen, aber nur eine Nachziehen. Dabei kann man entweder eine der drei offen liegenden Karten wählen oder die oberste verdeckte Karte. 2. Wenn ich einen Kahunastein setzen kann, werden alle fremden Kahunastäbe, die an dieser Insel liegen entfernt. 3. Durch das gleichzeitige Ausspielen von zwei Inselkarten, kann ich auch einen fremden Kahunastab entfernen, wenn diese Karten beide die Inseln zeigen, die dieser Stab verbindet.
Gerade das Entfernen von fremden Kahunastäben kann zu einem wahren Erdrutsch auf dem Spielplan führen. Denn wenn der Mitspieler dadurch auf einer Nachbarinseln die Mehrheit an den Verbindungslinien verliert (und bei 3-6 Linien ist das des öfteren der Fall) verliert er dort sofort seinen Kahunastein. Man muß ständig auf der Hut sein was der liebe Mitspieler gerade wieder liebevolles plant, denn in der Regel bedient man sich beim Nachziehen von den offen liegenden Karten. Auch sollte man in der zweiten Runde, wenn die Fronten langsam fester geworden sind, sich schon mal mit den richtigen Karten für die letzte Runde eindecken, denn dann sind Mehrheiten oft nur noch über Entfernen von fremden Kahunastäben zu brechen. Insgesamt bleibt zu sagen, daß Kahuna eine optisch und materialmäßig hervorragende Bearbeitung des Orginals Arabana-Ikibiti ist. Ein Zweier, der in keinem Spielehaushalt fehlen sollte.
DIRK HORSTER