Hier haben wir ein schön gestaltetes Spiel für zwei Personen, das eine stimmige Spielidee besitzt und diese sehr gut in Regeln und Material übertragen hat.
Worum geht es?
Die Oberdruiden des keltischen Mond- und des Sonnenkultes versuchen, in einem Wettstreit herauszufinden, wessen Kult der bessere ist.
Dazu stehen ihnen drei Druiden des eigenen Kultes und viele Waldgeister zur Verfügung.
Ausgetragen wird der Wettstreit an je vier Bäumen, an denen die eigenen Druiden stehen und um die die Baumgeister tanzen.
Die gleichfarbigen Druiden der beiden Gegnerkulte vergleichen in einer Runde die Stärke der an ihren Bäumen befindlichen Baumgeistern miteinander.
Der Verlierer muss ein Kultzeichen des Gegners an seinem Baum anbringen.
Bei sechs angebrachten Kultzeichen geht der Baum zum Gegnerkult über, und nach dem zweiten verlorenen Baum steht der Verliererkult fest.
| Druidenwalzer | |
|---|---|
| Verlag | Kosmos |
| Autor | Michael Rieneck |
| Spieler | 2 |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Wertung | |
| Lars Hoppe | ![]() |
| Dirk Horster | ![]() |
Die gegnerischen Druiden gleicher Farbe vergleichen die Werte der oberen Baumgeisterkarten (reichen von 1 bis 5) miteinander, der Gewinner darf auf dem gegnerischen Baum ein Kultzeichen - eine Sonne oder einen Mond -anbringen, verliert dafür aber den erfolgreichen Baumgeist. Sind alle drei Handkarten ausgespielt, wird verdeckt nachgezogen. Einen Baum kann man nicht nur durch zu viele gegnerische Kultzeichen verlieren, sondern auch dann, wenn man es nicht schafft, am Ende einer Runde einen Baumgeist an diesen Baum tanzen zu lassen, so dass er ohne dasteht. Hat man zwei Bäume verloren, ist damit auch das Spiel verloren. Ich habe dieses Spiel mehrfach gespielt und bin von der Stimmung und der Spielgestaltung sehr überzeugt. Die Regeln sind klar erklärt, und das Regelheft liefert ein paar Hintergrundinformationen zur Spielidee, was nie schadet. Man kann sich eine Menge Gedanken zur Tanzrichtung und -weite, zu den verdeckten Baumgeisterkarten und zu den Gegnerzügen machen, aber es ist und bleibt ein ruhiges Spiel, eben ein sagenhafter Kartentanz. Wer mehr Taktik oder Nervenspannung erwartet oder bevorzugt, sollte vielleicht lieber zu Caesar und Cleopatra, Lost Cities oder Kahuna greifen. Aber so war dieses Spiel ja wohl auch nicht gedacht.
LARS HOPPE