Schauplatz des neuen Ravensburger Familienspiels für 3 - 4 Spieler mit dem exotischen Namen Tonga Bonga ist die Inselwelt in der Südsee. Die Insel Tonga Bonga ist der Heimathafen, aus dem die Schiffe der Spieler auslaufen, um auf Ihrer Reise dem Schiffseigner möglichst viele Dukaten einzubringen.
Bevor die Schiffe den Hafen verlassen, muß jedoch eine Mannschaft angeheuert werden. Dabei wird zuerst eine Anzahl an Münzen (mindestens 1 Dukate) für die Positionen des Kapitäns und des Steuermanns ausgesetzt. Dann werden die Mannschaften auf die Schiffe verteilt. Dies geschieht, indem jeder Spieler der Reihe nach mit drei Würfeln würfelt. Die Würfel werden dann bei den fremden Schiffen gleichmäßig als Mannschaft verteilt. Dort sind jeweils die Positionen Kapitän, Steuermann und Schiffsjunge zu besetzen. Letzterer erhält jedoch keine Heuer. Beim Verteilen achtet man natürlich darauf, daß man eine hohe Augenzahl dort einsetzt, wo eine lukrative Heuer winkt (meistens die Position eines Kapitäns). Die Würfel zeigen Zahlen von 1 - 5. Eine 6 gibt es nicht, sondern statt dessen einen seekranken Seemann, der aber nicht auf eine Schiffsposition gesetzt werden und damit auch keine Heuer einstreichen kann. Ein Spieler kann von seiner Position verdrängt werden, wenn ein nachfolgender Mitspieler eine höhere oder gleiche Augenzahl würfelt. Damit ist klar, daß dem Würfelglück bei diesem Spiel eine sehr hohe Bedeutung zukommt.
| Tonga Bonga | |
|---|---|
| Verlag | Ravensburger |
| Autor | Stefan Dorra |
| Spieler | 3 bis 4 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Franz-Josef Houben | ![]() |
| Volker Uerlings | ![]() |
Nach der Verteilung der Mannschaften gilt es, in See zu stechen. Jeder Spieler fährt so viele Felder weit wie die Summe der Würfelaugen der Würfel, die auf den drei Positionen seines Schiffes von den Mitspielern verteilt wurden. Hat man also eine interessante Heuer geboten, wird man in den meisten Fällen auch weit fahren. Das ist nämlich sehr wichtig, da man vier unterschiedliche Inseln anlaufen muß, bevor man zum Heimathafen Tonga Bonga zurückkehren kann und das Spiel beendet. Wenn man eine Insel erreicht, errichtet man dort ein Camp, wofür man eine Prämie von 25 Dukaten kassiert. Es empfiehlt sich sehr, als Erster eine Insel anzufahren, denn jeder Neuankömmling muß den bereits dort angesiedelten Mitspielern je 5 Dukaten von seiner Prämie abgeben. Nach dem Fahren der Schiffe streicht jeder noch seine Heuer ein, d.h. man erhält die Dukaten, die bei den Würfeln der eigenen Farbe liegen. Danach beginnt die nächste Runde mit einem neuen Startspieler. Das Spiel endet, wenn ein Spieler auf vier Inseln Camps errichtet hat und den Hafen von Tonga Bonga erreicht. Der erste Heimkehrer erhält dafür noch einmal 10 Dukaten. Wer die meisten Dukaten hat, gewinnt das Spiel.
Obwohl Tonga Bonga in erster Linie vom Würfelglück bestimmt wird, bietet es einen kurzweiligen Spielspaß für die ganze Familie. Ein wenig Taktik ist ja doch dabei, weil z. B. durch das Einsetzen einer hohen Heuer, der Anreiz für Mitspieler hoch ist, dort hohe Würfelaugen einzusetzen. Man kann aber auch auf das eigene Würfelglück vertrauen und sparsamer sein und dann darauf hoffen, daß andere auch hoch würfeln. Auch ein gewisser Ärgerfaktor ist vorhanden, da man gut im Rennen liegenden Mitspielern niedrige Würfelaugen zuteilen kann, um deren Fahrt zu verlangsamen. Zum Spielmaterial ist zu sagen, daß es sowohl optisch als auch von der Handhabung her sehr ansprechend ist. Dies ist aber für Ravensburger Spiele fast schon selbstverständlich. Meiner Meinung nach ist Tonga Bonga zurecht in die diesjährige Auswahlliste zum Spiel des Jahres aufgenommen worden. Es eignet sich sehr gut für einen geselligen Spieleabend und ist durchaus kaufenswert.
FRANZ-JOSEF HOUBEN