Die Verpackung ist ansprechend, die Spielmaterialien bestehend aus dem Spielplan, zwei Halbedelsteinen, Darstellungen von Bruchstücken unterschiedlicher Fossilien auf Karton, hölzernen Spielsteinen und einem knappen und übersichtlichen Regelfaltblatt sind stabil und vernünftig verarbeitet. Ziel des Spiels ist es, aus einem Wettbewerb von Fossilsammlern als derjenige hervorzugehen, der die wertvollste Sammlung besitzt. Dies erreicht man, indem man gleichzeitig möglichst viele gleichartige und möglichst viele verschiedenartige Fossilien sammelt. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt, denn wenn man nicht von jeder der neun Fossilarten mindestens ein Bruchstück besitzt, verliert man Punkte, und je mehr Bruchstücke einer Art man besitzt, umso mehr Punkte gibt es.
| Fossil | |
|---|---|
| Verlag | Goldsieber |
| Autor | Klaus Palesch |
| Spieler | 2 bis 6 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Lars Hoppe | ![]() |
| Hanni Fell | ![]() |
Die 81 durch Farbe, Symbol und Wert zu unterscheidenden Bruchstücke der neun unterschiedlichen Fossilien werden verdeckt gemischt und dann offen auf dem gerasterten Spielplan abgelegt. Zwei Halbedelsteine werden beliebig auf dem Spielplan positioniert. Einer von ihnen wird vom Startspieler in gerader Linie auf ein von ihm gewünschtes Bruchstück gezogen, wobei der zweite Halbedelstein nicht übersprungen werden darf. Der Spieler nimmt das Bruchstück auf und legt es offen vor sich ab. Für jedes in diesem Zug übersprungene Bruchstück - einschließlich des aufgenommenen - muß der Spieler einen Punkt aus seinem Vorrat bezahlen, der dementsprechend verringert wird. Da man mit einem Vorrat von 30 Punkten startet, für das Erlangen eines Bruchstücks aber mindestens einen Punkt bezahlen muß und Punkte erst erhält, wenn alle Fossilstücke einer Art unter den Spielern verteilt sind, sollte man sich seine Sammeltaktik gut überlegen, sonst muß man wegen Punktemangels vorzeitig pausieren. Es kann durchaus passieren, daß erst gegen Ende des Spiels zum ersten Mal gewertet wird, so daß man seinen Punktevorrat gut einteilen sollte. Gewertet wird, indem man die Anzahl der gesammelten Bruchstücke einer Art mit der Anzahl der auf den Bruchstücken aufgedruckten Fossil-Symbole multipliziert. Jeder Spieler, der kein Bruchstück der zu wertenden Fossilart besitzt, muß an denjenigen mit der höchsten Wertung Punkte in Höhe der Anzahl der von diesem Spieler gesammelten Bruchstücke abgeben. 153 Punkte sind pro Fossilart maximal erreichbar, so daß zwei vollständig gesammelte Fossilien zum Sieg reichen dürften, aber man spielt ja bekanntlich nicht alleine... .
Die Taktikkomponente des Spiels steigt bei abnehmender Spielerzahl, so daß bei zwei Spielern die größtmögliche Einflußnahme auf das Spielgeschehen gegeben ist. Bei vier oder mehr Mitspielern hängt der Spielverlauf sehr viel weniger von den eigenen Entscheidungen ab, jedoch niemals so stark, daß man sich gespielt vorkommt. Fossil ist kein ausgewiesenes Taktikspiel, auch wenn auf der Packung ähnliches verlautbart wird. Es ist aber sehr wohl für das Spielen mit Kindern geeignet und graphisch sehr ansprechend gestaltet. Alles in allem ist Fossil ein sehr gut gemachtes, schnell zu erlernendes und abwechslungsreiches Spiel mit leichten Taktikelementen zu einem erfreulich niedrigen Preis und bekommt daher von mir: fünf Punkte
LARS HOPPE