The Black Rose ist eine Erweiterung zu Mississippi Queen, dem Spiel des Jahres 1997. Zur Erinnerung: Bei Mississippi Queen steuert jeder Mitspieler einen Raddampfer über einen sich ständig ändernden Flußlauf und versucht, als Erster mit zwei Passagieren die Landemole zu erreichen. Bis das Ziel erreicht wird, muß man durch richtiges Einsetzen seines Geschwindigkeitsrades und durch sparsamen Umgang mit seinem Kohlevorrat den Hindernissen ausweichen und den Mitspielern Paroli bieten. Dabei kann es auch mal vorkommen, daß man einen anderen Dampfer abdrängt, um die eigene Position zu verbessern.
| The Black Rose | |
|---|---|
| Verlag | Goldsieber |
| Autor | Werner Hodel |
| Spieler | 2 bis 6 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Franz-Josef Houben | ![]() |
| Dirk Horster | ![]() |
Bei der Erweiterung gibt es folgende Neuerungen:
1. Durch zusätzliche Raddampfer ist Mississippi Queen jetzt für insgesamt 2 bis 6 Spieler geeignet (bisher 3 bis 5).
Beim Spiel zu zweit bewegen die Spieler jetzt je 2 Raddampfer.
Dabei kann ein Spieler zwischen den Dampfern Kohle austauschen, wenn seine Dampfer auf benachbarten Feldern stehen und die gleiche Geschwindigkeit haben.
2. Es gibt auch einige neue Flußteile.
Gerät ein Dampfer ins Treibholz, verliert er Bewegungspunkte, d.h. sein Zug wird kürzer.
Läuft ein Dampfer auf eine Sandbank auf, kommt er zum Stehen.
Seine Geschwindigkeit wird auf 1 zurückgedreht, und er kann nur langsam vorwärts oder auch rückwärts die Sandbank verlassen.
Ein weiteres neues Flußteil ist mit Inseln nur so gespickt, um die Steuerkünste der Spieler zu testen und Kohlevorräte schrumpfen zu lassen.
Aber es gibt nicht nur Flußteile mit Hindernissen, sondern auch die Kohlelager, die den erschöpften Kohlevorrat wieder auf 6 auffüllen.
3. Schließlich haben wir da noch den schwarzen Dampfer, der dieser Erweiterung den Namen gegeben hat: die Black Rose.
Dieser schwarze Dampfer ist als neutral zu betrachten.
Er wird immer von dem Spieler bewegt, der innerhalb der Runde an letzter Stelle liegt.
Dieser kann die Black Rose einsetzen, um andere Spieler zu behindern oder gar abzudrängen.
Desweiteren kann man von der Black Rose pro Runde maximal 2 Kohlepunkte erhalten, wenn man neben ihr steht.
Ein Testen der Variante mit 6 Spielern und der Black Rose hatte den Effekt, daß eigentlich jeder in unserer Runde sich das Ende des Spiels herbeiwünschte. Denn, wie wir feststellten, war das Geschehen auf dem Fluß sehr unübersichtlich. Auch die neuen eingebauten Hindernisse waren keine belebenden Elemente. Dabei erwies sich das Ziehen der Black Rose als eher lästig. Als positiv wurden nur die Flußteile mit den Kohlelagern eingestuft, da sie ein zu frühes Ausscheiden eines Mitspielers verhinderten. Zum Spielmaterial ist zu sagen, daß man weiterhin mit den mangelhaften Raddampfern zu kämpfen hat. Die Räder verstellen sich sehr leicht ungewollt. Hier hätte man etwas zur Verbesserung tun können. Die Flußteile hingegen sind recht ansprechend.
Abschließend möchte ich einmal ein paar Worte über die Erweiterungsmanie, die bei den Verlagen ausgebrochen ist, verlieren (z. B. Die Siedler von Catan, El Grande und demnächst Elfenland, Ursuppe etc.). Der Trend geht offensichtlich dorthin, daß, wenn einmal ein Spiel prämiert wurde, man schnell eine Erweiterung nachschiebt, um gute Umsätze machen zu können, weil viele, die das Grundspiel haben, auch die Erweiterung kaufen werden. Das Spiel selbst muß dadurch nicht besser oder interessanter werden, wie das Beispiel The Black Rose leider zeigt. Aber das ist für die Beutelschneider nicht wichtig. Ich hoffe, daß man sich bald besinnt und Ideen dazu nutzt, um wirklich neue Spiele auf den Markt zu bringen. Zu einem Kauf von The Black Rose kann ich jedenfalls nicht raten.
FRANZ-JOSEF HOUBEN