Bitte sammeln Sie einmal einige Steine, z. B. solche aus der Kiesgrube. Fügen Sie diese zu einem Wurm zusammen. Kann ein Dritter aufgrund Ihrer hintereinandergelegten Steine den Wurm erraten, so erhalten dieser und Sie je einen Siegpunkt. Fertig, so jedenfalls die Meinung des Herausgebers Goldsieber Spiele, ist der Partyspaß. Sollten Ihre Mitspieler nun an ein Tau, eine Banane, eine Schnur, ein Kabel, eine verbogene Handy-Antenne, einen Draht, einen (Woll-) Faden, ein Seil, eine (See-)Schlange, einen Elefantenrüssel, eine Kurve, eine Linie, eine Strecke, einen Ast, ein Garn, aber partout nicht an einen Wurm denken, so können Sie erneut die Steine liebevoll hintereinanderlegen. Sie können Däumchen drehen. Sie können unter Verlust eines Siegsteines es mit einem nächsten Begriff versuchen. Sie können durch eine ablaufende Sanduhr erlöst werden.
| Talking Stones | |
|---|---|
| Verlag | Goldsieber |
| Autor | Schulte & Hildenbrand |
| Spieler | 3 bis 8 |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Wertung | |
| Norbert Struck | ![]() |
Der Nächste ist dann an der Reihe. Er ermittelt mit Hilfe einer zu ziehenden Karte und einem Würfel einen nächsten Begriff, so z. B. Stempel, Wegweiser oder Gefängnis. Den Rest kennen Sie ja schon. Lediglich die Steine müssen Sie nicht selber sammeln, da diese dem Spiel in hübscher gelber, handlicher Aufmachung umfangreich beiliegen. Ich jedenfalls habe schon größeren Spaß auf einer Party gehabt und die Firma Goldsieber hat sicher schon bessere Spiele auf den Markt gebracht. Zu einem guten Spiele- oder Partyspaß gehören Spielwitz, Aktionen und nicht zuletzt die Schadenfreude. Bei aus Steinen gelegten Bildern sind Sie vielleicht damit beschäftigt, einen Gegenstand möglichst detailgetreu aus verschiedenen Perspektiven abzubilden. Mit Spielwitz oder Spielspaß hat diese Handlungsweise relativ wenig zu tun. Mit vielen kleinen Steinchen ein hübsches Bild zusammenzulegen, ist künstlerisch wertvoll und zeitaufwendig. Eine solche Tätigkeit wird jedoch durch den Begriff Aktionen im Sinne von Action unzutreffend beschrieben. Das Element Schadenfreude fehlt völlig.
Wer einen Partyspaß erwerben will, der sollte besser zu temporeicheren, witzigeren Spielen wie Tabu greifen. Wird die Meßlatte anders aufgehängt, will man z. B. lediglich ein nettes, schnell erklärtes Spiel erwerben, das z. B. über die Zeit nach Kaffee und Kuchen hinweghilft, so kann Talking Stonesdurchaus die richtige Wahl darstellen. Auch die beiden Spieleerfinder haben wohl erkannt, daß die Ausdruckskraft eines aus Steinen zügig zusammengesetzten Bildes sehr rasch an Grenzen stoßen kann. Es sind jedenfalls Vereinfachungen möglich. So kann z. B. das Legen des Anfangsbuchstabens des Begriffes erlaubt werden. Die Zahl erfolgreich geratener Bilder und damit die Lebendigkeit des Spiels können so etwas gesteigert werden. Ich vergebe drei Punkte für Talking Stones.
NORBERT STRUCK