Löwenherz

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Seit im Juni 1128 Gottfried von Anjou von Heinrich I. zum Ritter geschlagen wurde und dessen Tochter Mathilda heiratete, gibt es den Löwen im Wappen der englischen Krone. Als Nachfolger von König Richard I., Löwenherz, ein Enkel Gottfrieds, wurde dessen Bruder Johann die Magna Carta abgenötigt, der daraufhin als Johann ohne Land bekannt wurde. Entgegen den verklärten Vorstellungen, gestützt z.B. durch die Robin Hood-Sage, war Richard Löwenherz der unenglischste aller Plantagenet-Könige, wie seine Linie auh genannt wird. Er lebte überwiegend im Süden des heutigen Frankreichs und verbrachte während seiner Regierungszeit insgesamt nur 6 Monate in England, die er zudem noch dazu nutzte, benötigte Gelder für seine Kriegszüge aus dem Land zu pressen. Trotz allem war er in England beliebt und als Soldat geachtet.

Löwenherz
Verlag Goldsieber
Autor Klaus Teuber
Spieler 2 bis 4
Alter ab 12 Jahren
Wertung
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Es soll hier kein Mythos entzaubert werden, denn mit dem Namen Löwenherz verbindet sich noch immer Mittelalter und Rittertum, und genau dies bildet den Rahmen dieses Spiels. Die Fürsten des Landes, sprich die Spieler, versuchen ihre Burgen mit Grenzen zu umgeben und so möglichst große Gebiete zu erlangen, denn Gebiete bringen Machtpunkte, und die braucht man um König zu werden. Aber so einfach, wie es sich anhört, ist es nicht. Es geht auch um duelle, Bündniszwänge, Überläufer und nicht zuletzt um Silberminen und Dukaten, denn wie im richtigen Leben ist Geld auch Macht.

Nachdem der variable Spielplan ausgelegt wurde und die Spieler ihre Burgen und Ritter gesetzt haben, versucht man mit Hilfe von Aktions- und Entscheidungskarten eine Aktion für sich zu beanspruchen. Dabei handelt es sich entweder um das Setzen oder Verschieben von Grenzen, um das Einbringen neuer Ritter, um das Erlangen von Dukaten oder um politischen Einfluß. Wollen zwei Spieler die gleiche Aktion ausführen, so kommt es zu einer Machtprobe. Zunächst wird verhandelt. Bleibt dies ergebnislos, wird ein Duell ausgetragen. Auch hier gilt Geld regiert die Welt. Immer wenn ein Spieler ein Gebiet gegründet hat, kommt es zu einer Wertung. Hierbei zählt nicht nur die Größe des Gebiets, sondern es ist auch von Bedeutung, ob sich eine Stadt in diesem Gebiet befindet, denn hierfür gibt es nochmals einen Bonus.

Löwenherz ist ein ausgereiftes, taktisches Spiel, bei dem man aber auch mit etwas Glück und Verhandlungsgeschick als Nicht-Taktiker gut mithalten kann. Es kommt immer wieder zu Überraschungen im Spielverlauf und auch die Ärgerkomponente kommt nicht zu kurz, denn gerade beim Spielen ist die schönste Freude doch die Schadenfreude. Negativ anzumerken ist lediglich das Design. Nicht nur, daß die Farben eher trist gehalten sind, auf dem Spielplan ist eine Stadt so unauffällig dargestellt, daß sie schon des öfteren übersehen wurde. Auch sind die einzelnen Spielplanteile zu ausgeglichen dargestellt, als das sich große Veränderungen beim variablen Aufbau ergeben können. Trotzdem macht es immer wieder Spaß, eine Runde Löwenherz zu spielen.

NORBERT FELL


Ausgepackt!
Mister X e.V.