Bei Members Only handelt es sich um ein Kombinationsspiel, bei dem die Teilnehmer einschätzen müssen, wieviele Karten einer bestimmten Sorte in einer Runde von den Spielern ausgelegt werden.
Bei der bekannten Wettleidenschaft der Engländer stecken dahinter natürlich obskure Wetten, wie nach der Zahl der Regentage oder der Skandälchen der Royals.
Ein Teil eines Satzes von Karten wird an die Teilnehmer ausgegeben.
Zwei weitere werden über die entsprechenden Symbole auf dem Spielplan gelegt.
In der ersten Runde wird nur gewettet.
Dazu legen die Spieler der Reihe nach einen Wettstein auf eines der Felder unter die Symbole, auf die sie setzen wollen.
Geschätzt werden muß, ob weniger als 4, 3, 2 oder 1 bzw. mehr als 5, 6, 7 oder 8 Karten des Symbols am Ende der Runde auf dem Spielplan liegen.
Diese Wetten sind riskant und werden deshalb durch gleichzeitiges legen eines Wett- und des Risikosteins verdoppelt.
Ab der zweiten Runde kann jeweils der Spieler, der an der Reihe ist wetten.
Egal ob er dies tut oder nicht, muß er aber zwei seiner Karten zu den entsprechenden Symbolen legen.
Eine Wette kann jetzt nur noch durch den einen Doppelstein, den jeder Spieler zu Beginn des Spiels bekommt, vervielfacht werden.
Durch die offen gelegten Karten kann man nun die zu erwartende Anzahl am Ende der Runde besser einschätzen.
Die letzte Runde beginnt, wenn alle Beteiligten nur noch drei Karten auf der Hand haben.
Dann dürfen keine Wettsteine mehr gesetzt werden.
Vielmehr müssen nun alle Spieler eine Karte verdeckt beiseite legen.
Die verbleibenden zwei Karten werden zu den Symbolen gelegt.
| Members Only | |
|---|---|
| Verlag | Blatz |
| Autor | Reiner Knizia |
| Spieler | 3 bis 5 |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Wertung | |
| Franz Haegel | ![]() |
Dann wird abgerechnet. Neben den normalen Symbolkarten enthält das Spiel aber auch No-Karten die jeweils mit einer der bereits abgelegten Karten vom Spielplan entfernt werden, so daß sich eine einmal gelegte Anzahl von Symbolen auch wieder verringern kann. Zur Abrechnung werden zunächst alle falsch gesetzten Wettsteine vom Spielplan entfernt. Sie gehen verloren. Der Risikostein geht allerdings an den Spieler zurück. Für richtige Wetten erhalten die Teilnehmer Punkte, die auf einer Wertungsleiste getrennt nach den Symbolen durch einen Wertungsstein markiert werden. Die Punktzahl richtet sich nach dem Risiko, das für eine Wette eingegangen wurde, und läßt sich vom Spielplan ablesen. Das Spiel endet, wenn in jeder Spalte der Wertungstabelle, also für jedes Symbol, mindestens einer der Wertungssteine mehr als vier Punkte vorgerückt ist. Nur die Steine mit mehr als 4 Punkten kommen auch in die Wertung. Sieger ist der Spieler mit den meisten Punkten. Im Fall, daß ein Spieler nur noch einen Wettstein oder gar keinen mehr besitzt, erhält er alle Steine zurück. Dies kann bewußt dazu benutzt werden, um sein Kontingent wieder aufzufüllen, wenn man bereits mehrere Steine verloren hat.
Members only ist ein Kombinationsspiel, das einige taktische Varianten erlaubt. Vor allem mit Hilfe der No-Karten kann man den Spielverlauf beeinflussen. Durch die Auswahl von nur etwa der Hälfte der Karten beim Austeilen spielt aber auch das Glück erheblich mit. Durch riskante Wetten kann man viel gewinnen, aber auch Wettsteine verlieren, die einem vielleicht in den nächsten Runden fehlen. Alles in allem ist Members only ein interessantes Spiel, das man aber wohl nur hin und wieder spielen wird, da es sonst leicht langweilig werden kann. Das Spielmaterial ist in Ordnung und die Regeln sowie der Ablauf sind einfach. Für Leute, die öfter Gäste haben, mit denen sie spielen möchten, die aber keine ausgesprochenen Spielratten sind, ist es geeignet.
FRANZ HAEGEL