Nur 70 km von den gewaltigen Bergen des Atlas Gebirges entfernt liegt die Stadt, die diesem Spiel als Namensgeberin Pate gestanden hat.
Keine andere Stadt Marokkos bietet ein so buntes orientalisches Treiben wie diese Perle des Südens.
Und wer schon einmal vom Platz Djemaa El Fna aus in die Souks (Marktgassen) von Marakech vorgedrungen ist, kann sich ausmalen, um was es in diesem Spiel geht.
| MarraCash | |
|---|---|
| Verlag | Kosmos |
| Autor | Stefan Dorra |
| Spieler | 3 bis 4 |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Wertung | |
| Norbert Fell | ![]() |
| Franz Haegel | ![]() |
Die Spieler müssen Geld verdienen. Geschäfte müssen ersteigert und Besuchergruppen so auf dem Spielplan bewegt werden, daß sie als Kunden in die Läden der Spieler ziehen. Jeder Kunde füllt die Kasse des Ladeninhabers. Der Erste bringt lediglich hundert Dirham, der Zweite schon zweihundert, der Dritte dreihundert und so weiter. Jeder Zug eines Spielers besteht immer aus zwei Aktionen, er kann eine Besuchergruppe bewegen und ein Geschäft versteigern, oder er kann eine dieser Aktionen zweimal ausführen. Nachdem ein Spieler eine Besuchergruppe bewegt hat, kann er also das eventuell eingenommene Geld wieder in neue Geschäfte investieren. Zudem hat er aber auch die Möglichkeit, seinen Mitspielern Kunden zukommen zu lassen. Gegen eine entsprechende Provision versteht sich. Die Spielvariante mit den Souvenirkarten bringt einen zusätzlichen Reiz. Da die verschieden farbig gekennzeichneten Geschäfte nicht nur einem Spieler zugeordnet werden können und die Besucher nur gleichfarbige Geschäfte betreten, entwickelt sich ein regelrechtes Tauziehen um bestimmte Kunden, wenn zudem noch der Verkauf eines lukrativen Souvenirs in Aussicht gestellt wird. Denn am Ende zählt nur das eingenommene Bargeld.
Das einzige Manko dieses Spiels sind mangelnde überraschungsmomente, etwas mehr Abwechslung und taktische Gestaltungsmöglichkeiten hätten dem Spiel noch mehr Klasse verliehen. Dennoch: Idee, Aufmachung und Spielanleitung sind einfach nur als sehr gut zu bezeichnen. Nach Razzia, Intrige und Linie 1 hat Stefan Dorra also auch in diesem Jahr wieder ein durchdachtes und nicht nach Schema F gestricktes Spiel abgeliefert, bei dem eine Stunde Spiele-Spaß garantiert ist.
NORBERT FELL