Entdecker

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Auf den Spuren von Christoph Columbus und Vasco da Gama segeln die Spieler auf den Weltmeeren umher in ferne Länder. In der Südsee warten noch unerforschte Inseln darauf, entdeckt zu werden. Dort kann man wertvolle Schätze finden, zum Beispiel exotische Früchte, kostbare Gewürze, Piratengold und die Ruinen vergangener Kulturen. Die Expeditionen, die dazu ausgerüstet werden, kosten jedoch Gold. Der Goldvorrat, der jedem Spieler pro Spielrunde zur Verfügung steht, wird vor jeder Runde durch Drehen eines Glücksrades ermittelt. Der Spieler, der gerade an der Reihe ist, bestimmt zunächst, an welchem Ufer der bereits entdeckten Welt seine Reise beginnt und markiert diese Stelle auf dem Spielbrett mit einem Segelschiff. Dann gibt er an, wieviele Seemeilen weit er in Form von quadratischen Legekärtchen segeln will. Für jedes Kärtchen, das er auslegen möchte, setzt er seinen Goldmarker auf dem Goldtableau um einen Punkt zurück. Nun zieht er aus fünf Stapeln mit verdeckten Karten nacheinander die Karten, die seine Segelroute bestimmen. Auf diesen Legekärtchen sind Inselbuchten, Naturhäfen, Atolle abgebildet, die der Spieler so aneinanderlegen muß, daß sich daraus Küstenlinien bilden, an denen entlang er segeln kann. Etwas Glück braucht man beim Ziehen der Kärtchen schon, da nicht jede Karte mit der zuvor gelegten zusammenpaßt. Man muß dabei beachten, daß Wasser nur an Wasser und Land nur an Land grenzen kann. Am Ende seines Zuges entscheidet der Spieler, ob er an der Küste vor Anker geht und dabei einen Kundschafter absetzen, ein Fort oder sogar eine Siedlung errichten möchte. Das kostet ihn allerdings weitere Goldpunkte.

Entdecker
Verlag Goldsieber
Autor Klaus Teuber
Spieler 2 bis 4
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Angela Knoben
Marijan Bohte
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Doch Vorsicht beim Erwerb der Legekarten! Wählt man ein Kärtchen mit einem aufgedruckten Fragezeichen, können einen sowohl angenehme als auch unangenehme überraschungen erwarten. Piraten und unfreundliche Eingeborene erschweren die Eroberung der Inseln; Unwetter zwingen die Expedition gar zum vorzeitigen Abbruch. Dafür wird der risikofreudige Seefahrer aber auch durch die Entdeckung von Piratenschätzen oder unbekannten Kulturen mit Gold oder Entdeckerchips belohnt, die die Entdeckung noch unbekannter Nutzpflanzenarten darstellen. Im Spielverlauf füllen sich die bis dato noch weißen Flecken auf der Weltkarte immer mehr mit blau-grünen Meer- und Inselfeldern. Dabei ergeben sich verschieden große und geformte Inseln. Falls sich beim Legen unzugängliche Zwischenräume ergeben, können diese Lücken durch Reserve-Kärtchen geschlossen werden. Ist eine Insel vollständig erschlossen, wird der mächtigste Eroberer dieses Eilands ermittelt. Dabei spielt die Menge seiner Siedlungen, Forts und Kundschafter eine große Rolle. Er darf nun mit seinem Zählstein auf der Zählleiste um die Anzahl von Feldern vorrücken, die sich aus Zahl der Kärtchen ergibt, aus denen sich diese Insel zusammensetzt. Sieger ist, wer am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte sammeln konnte, die durch die Anzahl der entdeckten Inseln und Entdeckerchips ermittelt werden.

Nachdem Klaus Teuber Die Siedler von Catan entwickelte, fesselte ihn das Thema Insel wohl immer noch. Bei dem Legespiel Entdecker das im Goldsieber-Verlag erschienen ist, ließ er sich von fernen Inseln in der Südsee inspirieren. Dieses Spiel fällt zunächst durch sein sehr ansprechend gestaltetes und solides Spielmaterial auf. Die Spielfiguren sind aus Holz, die Legekärtchen und der Spielplan aus stabilem Karton. Das Spielbrett im Holzschnitt-Design ist einer antiken Seekarte nachempfunden, auf der sich allerlei Seeungeheuer tummeln. Auch der Verpackungskarton und der am Spielende fertiggestellte Spielplan sind eine wahre Augenweide: Azurblau umgibt der Ozean smaragdgrüne Palmeninseln, die von sandgelben Stränden gesäumt werden. Der Reiz von Entdecker liegt darin, daß bei jedem Spiel völlig andersartige Insellandschaften entstehen. Bei diesem bis zur letzten Minute spannenden Spiel kommen sowohl Taktiker, Risikofreudige als auch Glückspilze voll auf ihre Kosten. Es ist nicht so kompliziert, wie es vielleicht anfangs erscheint, man kann im Prinzip fast drauflosspielen. Wir hatten unsere Freude an dem Spiel, das auch gut zu zweit spielbar ist. Eine Kleinigkeit trübt jedoch den Spielspaß: Die Holzstiftchen (Goldmarker), mit denen man seinen Goldvorrat in den Vertiefungen des Kartontableaus absteckt, fielen bei der Erstauflage dauernd um, da sie nicht genau in die ausgestanzten Löcher paßten. Nach Informationen des Verlages wurde dieses Problem zwischenzeitlich behoben. übrigens kann man sich sogar ganz allein mit Entdecker beschäftigen, wenn man es als entspannendes Puzzle zweckentfremdet und sich seine ganz persönliche Trauminselwelt kreiert.

ANGELA KNOBEN & MARIJAN BOHTE


Ausgepackt!
Mister X e.V.