Angst vor Schlangenbissen braucht bei den Schlangen von Delhi niemand zu haben.
Nur den Überblick sollte man nicht verlieren, wenn sich rote, blaue, grüne und gelbe Nattern in der Schlangengrube durcheinander ringeln.
Bei diesem verschlungenen Legespiel für 2-4 Spieler geht es darum, möglichst viele Schlangenglieder aneinander zu reihen und dabei so viele Punkte wie möglich zu sammeln.
Die Punkte werden durch einen Spielstein am Spielfeldrand gezählt.
Das Spiel ist zu Ende, wenn keine passenden Schlangenteile mehr vorhanden sind.
Der beste Schlangenbeschwörer hat am Spielende natürlich auch die meisten Punkte.
| Die Schlangen von Dehli | |
|---|---|
| Verlag | Blatz |
| Autor | Manfred Franz |
| Spieler | 2 bis 4 |
| Alter | ab 8 Jahren |
| Wertung | |
| Angela Knoben | ![]() |
| Marijan Bohte | ![]() |
Auf dem Spielplan, oder besser gesagt, in der Schlangengrube sind verschiedenfarbige Schwanzenden aufgedruckt, die durch die Karten zu kompletten einfarbigen Vipern vervollständigt werden sollen. Jedem Spieler stehen dafür 5 Schlangenkarten zur Verfügung, die er immer wieder aus dem Vorrat ergänzt. Natürlich sollte man sich von seinen Mitspielern nicht in die Karten sehen lassen, denn jeder versucht, möglichst viele Glieder derselben Farbe an die immer länger werdenden Schlangenkörper anzulegen. Dabei ergeben sich, mehr oder weniger zufällig, sogenannte Schlangentunnel, in denen sich die Reptilien überkreuzen. Durch geschicktes Einbeziehen dieser Tunnel kann man eine Schlange um mehrere Glieder = Punkte verlängern, auch wenn man z.B. nur eine Karte anlegt. Eine Schlange kann vollendet werden, indem man ihr einen Kopf ansetzt, oder sie in einen der vier Körbe auf dem Spielplan verschwinden läßt. In diesem Fall gibt es Bonuspunkte, die zur Anzahl der bereits vorhandenen Schlangenglieder hinzuaddiert werden. Eine Portion Glück gehört schon dazu, immer die passenden Schlangenteile aus dem Vorrat zu ziehen. Es kommt darauf an, diese auch im richtigen Moment anzulegen. Aber Vorsicht! Die anderen Mitspieler können einem dabei schon mal zuvorkommen und man steht plötzlich mit schlechten Karten da. Strategen kommen bei diesem Spiel nicht zu kurz, da es in dem Labyrinth verschlungener Schlangenkörper immer wieder neue Möglichkeiten gibt, sich erfolgreich durchzuschlängeln.
Dieses unterhaltsame Legespiel kommt mit sehr wenigen, einfachen Regeln aus. Aus diesem Grund ist die Spielanleitung auch sehr knapp gehalten. Während des Spiels tauchen jedoch manchmal Situationen auf, die in der Anleitung nicht näher erläutert werden und daher Unstimmigkeiten verursachen. Beispiele für diese Spielsituationen fehlen leider. Das ist auch der einzige Kritikpunkt an diesem sonst guten Spiel. Unser Verbesserungsvorschlag an den Hersteller lautet daher: Ergänzt die Kurzanleitung durch zusätzliche Hinweise für entsprechenden Sonderfälle, am besten mit Abbildungen und Zählbeispielen! Auf den Zählfeldern des Spielplans der von uns getesteten Version hat sich außerdem ein Tippfehler eingeschlichen: die 35 kommt zweimal vor, während die Zahl 36 fehlt! Jeder wird wohl an diesem schönen Spiel Gefallen finden, da es zwar einfach, aber von der Spielidee her sehr reizvoll ist. Ein weiterer Pluspunkt der Schlangen von Delhi ist, daß es sich auch ganz gut zu zweit spielen läßt. Wir hatten unsere Freude an dem optisch sehr ansprechend gestalteten Spiel. Auch das Spielmaterial aus stabilem Karton weist eine lange Lebenserwartung auf.
ANGELA KNOBEN & MARIJAN BOHTE