Hattrick

Hat-Trick (Hattrick) eigentlich "Huttrick" (nach einem früher beim Kricket geübten Brauch, dem Vollbringer dieser Leistung einen Hut zu schenken), Bezeichnung vor allem im Fußball für den dreimaligen Torerfolg hintereinander innerhalb einer Halbzeit durch denselben Spieler.
hattrick.jpg 13 KB So steht es zumindest in Meyers Lexikon. Mit dieser Definition hat das zweite Spiel von Klaus Palesch nur den Hut gemeinsam, der neben den 60 Spielkarten auch die Schachtel im 6 nimmt!-Format ziert. Oder sollte dies etwa doch kein Hut, sondern eine Schlafmütze sein? Denn die Spielschachtel verrät uns, daß dies kein Spiel für eben diese Schlafmütze sei. Die präziseste Angabe zum Spielgeschehen findet man aber erst in der Spielregel. Dort wird der Autor selbst zitiert: Hattrick ist ein Stichspiel. Und es funktioniert wie folgt.

Hattrick
Verlag Amigo
Autor Klaus Palesch
Spieler 4 bis 6
Alter ab 10 Jahren
Wertung
Dirk Horster fuenf.gif 1 KB
Volker Uerlings fuenf.gif 1 KB

Zuerst werden die 60 Karten (3 Farben mit den Werten 1 bis 20) gleichmäßig unter den 4 bis 6 Mitspielern verteilt. Danach beginnt ein Spieler durch das Ausspielen einer beliebigen Karte den ersten Stich. Die anderen Mitspieler folgen der Reihe nach. Es muß nicht bedient werden. Es dürfen allerdings auch nur Karten in höchstens zwei Farben in einem Stich enthalten sein. Muß oder will man eine Karte der dritten Farbe ablegen, so kostet dies am Spielende 2 Minuspunkte. Die beiden Spieler, welche die beiden höchsten Karten in den zwei Farben des Stiches gespielt haben, gewinnen dadurch alle Karten in dieser Farbe. Die höchste Karte des gesamten Stiches erhält zusätzlich das Anspielrecht für den nächsten Stich. Dies wird solange fortgesetzt, bis alle nur noch eine Karte auf der Hand haben. Diese wird nicht mehr gespielt, sondern es wird sofort abgerechnet. Jeder Spieler erhält für jede Karte in der Farbe, von der er die meisten Karten erspielt hat einen Punkt. Für die Karten in den beiden anderen Farben wird ein Punkt abgezogen.

Fazit: Hattrick ist schnell erklärt, schnell verstanden und auch schnell gespielt (ca. 5 Minuten pro Partie). Meist steht man während des Spiels vor der Entscheidung entweder sich selbst etwas Gutes oder den Mitspielers etwas Schlechtes anzutun. Wer den Erstling Sticheln von Klaus Palesch kennt, dem dürfte dieses Dilemma bekannt vorkommen. Mir persönlich gefällt Hattrick, wegen der Beschränkung auf nur drei Kartenfarben und des daraus resultierenden flüssigeren Spielablaufes, sogar noch etwas besser als Sticheln. Dazu kommt noch eine verbesserte Kartengraphik und natürlich der günstige Preis. Meine Empfehlung für alle Kartenspieler kann deshalb nur lauten: Unbedingt zugreifen!

P.S.: Würde man mich bei der diesjährigen Wahl zum Kartenspiel des Jahres nach meinem Favoriten fragen, so würde ich Hattrick wählen. Damit wäre dann auch der Name Hattrick endgültig geklärt, denn es wäre nach Sticheln und 6 nimmt! der dritte Sieg in Folge für den Amigo Spiele Verlag. Ein lupenreiner Hattrick eben.

DIRK HORSTER


Ausgepackt!
Mister X e.V.