Das Wichtigste vorweg.
Auf Achse - Das Kartenspiel ist kein schlechtes Spiel.
Allerdings ist es für mich auch eine der größten Enttäuschungen dieses Jahrgangs.
Sie möchten wissen warum?
1. Der Autor : Wolfgang Kramer hat letztes Jahr mit 6 nimmt! ein herausragendes Kartenspiel, welches zurecht den deutschen Spielepreis gewonnen hat, auf den Markt gebracht.
2. Der Verlag : Nach der Pleite von Hexagames war es der Verlag F.X.Schmid, der uns Kartenspieler alljährlich mit spielerischen Highlights wie Die Bosse, Das Superblatt, Der Ausreißer und zuletzt Attacke verwöhnte.
3. Der Name : Auf Achse war 1987 Spiel des Jahres.
Da kann man doch von einem Auf Achse - Das Kartenspiel, welches zudem die Schachtelgraphik von seinem großen Bruder übernommen hat, eine gewisse ähnlichkeit im Spielablauf und Spielspaß verlangen.
Diese drei Punkte haben mich mit großen Erwartungen die Spielschachtel öffnen lassen.
Aber Auf Achse ist nicht nur schwächer als 6 nimmt! und die 4 erwähnten Vorgänger in der F.X.Schmid Kartenspielserie, sondern hat von seinem preisgekröntem Namensvetter nur Namen und Graphik übernommen.
| Auf Achse Das Kartenspiel |
|
|---|---|
| Verlag | F.X.Schmid |
| Autor | Wolgang Kramer |
| Spieler | 2 bis 5 |
| Alter | ab 8 Jahren |
| Wertung | |
| Dirk Horster | ![]() |
Das Spiel besteht aus Streckenkarten in den Werten von 10 bis 120 und einigen Ereigniskarten. Von den hoffentlich gut gemischten Karten erhält jeder Spieler 10 auf die Hand. In jeder Spielrunde legt man jeweils eine Karte verdeckt in seine Auslage und in einen gemeinsamen Kartenstapel namens Kilometerzähler. Ziel des Spieles ist es, eine Folge von aufsteigenden Streckenkarten in seiner Ablage zu bilden. Alle Streckenkarten, die am Ende des Spieles in eben dieser aufsteigenden Reihenfolge liegen, zählen als Punkte für den Spieler. Das Spielende regelt man ebenfalls mit den Streckenkarten. Haben alle Spieler eine Karte in den Kilometerzähler gelegt, so werden diese aufgedeckt und addiert. Ist ein bestimmter, von der Spielerzahl abhängiger Wert überschritten, endet das Spiel und es wird abgerechnet. Dann gibt ja noch die Ereigniskarten. Bei einer Ereigniskarte im Kilometerzähler müssen z.B. alle Mitspieler eine oder zwei Karten an ihre Auslage anlegen oder wieder aus dieser entfernen. Ereigniskarten in der eigenen Ablage unterbrechen die Kartenfolge auf jeden Fall und sollten deshalb nur in den Kilometerzähler gespielt werden. Nachdem der Kilometerzähler abgearbeitet worden ist, ergänzen die Mitspieler ihre Kartenhand wieder auf 10 Karten und die Runde beginnt von vorn.
Ohne die Ereigniskarten wäre Auf Achse zu trocken. Mit den Ereigniskarten kann Auf Achse zu einer Partie Bingo verkommen. Eine Vorausplanung ist z.B. dann nicht mehr möglich, wenn in einer Runde viele Ereigniskarten gespielt wurden und man noch 3 oder 4 Karten in seine Ablage legen mußte. Da kann man dann (und das war in meinen Spielrunden häufig der Fall) schon mal am Ende der Runde 6 neue Karten ziehen und dann hilft wirklich nur noch das Glück, wenn die neuen Karten mit alten Planung zusammen passen. Ansonsten ist die Spielidee, daß man mit den Karten selbst punkten und gleichzeitig die Spieldauer beeinflussen kann, wirklich nicht schlecht. Aber dadurch, daß alle Auslagen verdeckt sind, kann man die Absichten der Mitspieler nur ahnen und ein planvolles Vorgehen wird unmöglich. Für Menschen, die Kartenspiele mit einem hohen Glücksanteil mögen, bietet Auf Achse - Das Kartenspiel eine Menge Spielspaß. Dem engagiertem Kartenspieler kann ich es allerdings nicht empfehlen.
DIRK HORSTER