Das waren Zeiten

zeiten.jpg 34 KB Das waren Zeiten!, als der Spielemarkt noch nicht mit einer Flut von Frage- und Antwortspielen überschwemmt wurde. Bei der uns hier vorliegenden Ausführung müssen die Spieler, in zwei Teams, den Zeitpunkt eines Ereignisses einschätzen. Sie haben dabei die Wahl, den Zeitraum durch Steckrahmen auf ein bis sieben Jahre festzulegen. Jedes Team besitzt einen Satz dieser Rahmen, den es dazu auf ein Spielbrett setzt. Ziel des Spiels ist es, alle sieben Steckrahmen durch eine richtige Einschätzung abzulegen.

Die ereignisse sind in fünf Kategorien (Schlagzeilen, Kino, Fernsehen, Musik und Dies & Das) unterteilt und werden mittels eines Würfels ermittelt. Es muss jeder für sich entscheiden, ob es ihn interessiert, wann Wolf Dieter Herrmann eitlen Sonnenschein im Frühstücksfernsehen von SAT 1 verbreitete oder wann Dorthe einen Playboy mit Wärst du doch in Düsseldorf geblieben zurechtwies. Wie dem auch sei: Trotz der Beschreibung auch gravierenderer Ereignisse ist der Spielverlauf recht eintönig; würfeln, lesen , schätzen und gegebenenfalls ablegen. Auch wenn es, bei genügned grossen Teams, unter Umständen zu interessanten Diskussionen kommt, so kann dies jedoch über die mangelhaften Spielmöglichkeiten nicht hinwegtäuschen.

Das waren Zeiten
Verlag MB
Spieler 2 und mehr
Alter ab 12 Jahren
Wertung
Norbert Fell zwei.gif 1 KB
Die Aufmachung des Spiels ist ebenfalls recht dürftig. Nicht nur, daß man für einen Preis von ca 70 DM noch Würfel, Steckrahmen etc. mit Aufklebern versehen muss. Nein, die Kartenbox ist zu klein geraten, so dass 10 von 250 Karten im Karton verbleiben müssen. Desweiteren sind die Jahreszahlen-Spielbretter aus Pappe gefertigt und werden wohl schnell durch das Aufstecken der Jahresrahmen an den Rändern verschleissen. Es hätte MB auch kaum in finanzielle Bedrängnis gebracht, wenigstens noch einen dritten Satz Rahmen und ein Spielbrett beizulegen. So könnten auch drei Personen jeweils für sich spielen. Im Karton jedenfalls wäre Platz dafür im Überfluß vorhanden.

Aber fassen wir uns kurz und beschäftigen uns mit den positiven Seiten des Spiels. Der zeitliche Rahmen (1950-1990+) ermöglicht es Spielern unterschiedlichster Vorbildung, miteinander zu spielen, da sie einen Großteil des relevanten Zeitraums selbst miterlebt haben dürften. Bei anderen vergleichbaren spielen kommt es da unter Umständen zu Unmut, weil Chancengleichheit nicht immer gewährleistet ist.

NORBERT FELL


Ausgepackt!
Mister X e.V.